Fußball Landesliga Langzeitbartträger in Galaform

Von und Maximilian Hamm 

Mit Tempo, Technik, Tatendrang, Teamgeist und Toren: Burak Sönmez geht dem Tabellenführer SV Fellbach in der Landesliga voran. Der SV Breuningsweiler kommt derweil in der Verbandsliga nicht vom letzten Platz weg.

Burak Sönmez hat in der Landesliga wie hier mit Claudio Paterno (links) und Samuel Wehaus (rechts)  viel Grund zur Freude. Foto: Patricia Sigerist
Burak Sönmez hat in der Landesliga wie hier mit Claudio Paterno (links) und Samuel Wehaus (rechts) viel Grund zur Freude. Foto: Patricia Sigerist

Fellbach - Unter den besten Basketballern des Planeten, die ihre Athletik, Wurf- und Flugkünste bevorzugt in der nordamerikanischen Profiliga NBA vorführen, ist einer gerade vielleicht der allerbeste, den sie „The Beard“ nennen. James Harden, Langzeitlangbartträger, führt die Houston Rockets mit imposanten Statistiken an. Der 29-Jährige, der die Kugel öfter in den dafür vorgesehenen Korb wirft als jeder andere von der Ost- bis zur Westküste, hält die Texaner im Titelrennen. Auch die Fußballer des SV Fellbach haben einen im Aufgebot, der unaufhaltsam voransprintet und wie James Harden gut und gern unter dem Zweitnamen „The Beard“ firmieren könnte. Burak Sönmez, den schon seit der B-Jugend kein Teamgefährte mehr ohne Haarpracht im Gesicht gesehen hat, ist der auffälligste Spieler des Landesliga-Tabellenführers SV Fellbach. Er verbindet auf ganz bemerkenswerte Weise Tempo, Technik, Tatendrang und Teamgeist. Und er trifft auch noch selbst: zweimal am Freitagabend beim 3:0-Erfolg gegen den SV Allmersbach – zum wiederholten Mal ist der wieselwendige Angreifer unser Spieler des Tages. Und der 21-Jährige, das muss noch gesagt werden, hat mit dem SV Fellbach ungleich bessere Chancen auf den Titel als James Harden mit den Houston Rockets. In der NBA gibt es nach Lage der Dinge stärkere Konkurrenz – vorneweg die Golden State Warriors mit Stephen Curry, Klay Thompson , Kevin Durant oder Draymond Green. In der Landesliga ist der zuletzt fünfmal erfolgreiche SV Fellbach zumindest in diesen ersten Saisonwochen im neuen Jahr stärker als die Konkurrenz. Stärker auch als der Nachbar TV Oeffingen, in dessen Reihen sich am Sonntag nach der Begegnung beim SV Germania Bietigheim (0:3) kein Spieler des Tages finden ließ.

Nach aktuellem Stand der Dinge hat das Team des SV Fellbach die besten Chancen, in die Verbandsliga aufzusteigen – und die Mannschaft des SV Breuningsweiler muss vermehrt damit rechnen, von dort in die Landesliga abzusteigen. Die Mannschaft um den ehemaligen Oeffinger Aufstiegstrainer Antonio Guaggenti, 50, war ordentlich in dieses sportliche Jahr gestartet, mit fünf Punkten aus drei Spielen. Zuletzt jedoch hat sie zweimal nacheinander verloren. Am Sonntag erst mit 1:2 gegen die ebenfalls abstiegsgefährdeten Gäste vom FC Wangen. Mit dabei waren auch drei ehemalige Fellbacher Akteure: Robin Binder, Jan Ackermann und Felix Bauer. Doch auch sie konnten die Heimniederlage nicht verhindern. „Wir haben alles getroffen, nur nicht das Tor“, sagte Antonio Guaggenti über die vielen vergebenen Chancen. Bis zur 65. Spielminute hatte es noch 0:0 gestanden, dann traf Okan Housein zur Führung für die Gäste. Lukas Friedrich glich zwar sechs Minuten später für den SV Breuningsweiler aus, doch fünf Minuten später war es wieder Okan Housein, der zum Endstand traf. „Das waren zwei Sonntagsschüsse, aber der Gegner wollte es eben mehr“, sagte Antonio Guaggenti, der alle drei Ex-Fellbacher gut in seine Mannschaft integriert sieht. Er selbst war ja auch erst in der Winterpause nach Breuningsweiler gewechselt, hatte bis zum Ende der vergangenen Saison noch den TSV Schwaikheim in der Landesliga betreut. Neun Spiele vor dem Saisonende stehen die Fußballer mit 17 Punkten am Tabellenende in der Verbandsliga. Gut möglich also, dass die Mannschaft nach der laufenden Saison mit dem SV Fellbach die Liga tauscht.

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