Fußball Verbandsliga In der ersten Liga auf der Bank

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Der Ex-Profi Steven Kröner ist in seiner Laufbahn schon weit herumgekommen. Jetzt soll der 31-Jährige beim Fußball-Verbandsligisten SV Fellbach Verantwortung übernehmen.

Steven Kröner strahlt auf dem Platz Ruhe aus, kann aber auch einmal laut werden, wenn es die Situation erfordert. Foto: Patricia Sigerist
Steven Kröner strahlt auf dem Platz Ruhe aus, kann aber auch einmal laut werden, wenn es die Situation erfordert. Foto: Patricia Sigerist

Fellbach - Seine größten fußballerischen Erfolge liegen schon eine ganze Weile zurück. In der Saison 2009/2010 stand Steven Kröner, der neue Innenverteidiger des Verbandsligisten SV Fellbach, zweimal ganz kurz vor seiner Erstliga-Premiere. Gerade vom damaligen Regionalligisten SSV Reutlingen zur Bundesliga-Reserve des FSV Mainz 05 gewechselt, die ebenfalls in der Regionalliga vertreten war, wurde er vom Mainzer Bundesliga-Coach Thomas Tuchel (aktuell bei Paris Saint-Germain) in den Auswärtsspielen bei der TSG 1899 Hoffenheim und beim SC Freiburg ins Spielaufgebot des Erstligisten befördert. „Leider hat mich Herr Tuchel dann aber nicht eingesetzt. Ich saß nur auf der Bank“, sagt Steven Kröner, der am vergangenen Montag 31 Jahre alt geworden ist. Unvergessen werden die Spiele für den in Nürtingen geborenen Ex-Profi dennoch bleiben – ebenso wie die Verbandspokal-Erfolge, die er später mit Eintracht Trier und dem FC 08 Homburg feiern durfte.

Seine Fußball-Laufbahn hat Steven Kröner einst als Fünfjähriger beim TSV Wernau begonnen. Als E-Jugendlicher wechselte er zum VfL Kirchheim, als B-Jugendlicher zu den Stuttgarter Kickers und als A-Jugendlicher streifte er sich das Trikot des SSV Reutlingen und des VfB Stuttgart über. Auch bei den Männern ist Steven Kröner, der sich eigentlich im zentralen Mittelfeld am wohlsten fühlt, weit herumgekommen, ehe er in diesem Sommer beim SV Fellbach gelandet ist: SSV Reutlingen, FSV Mainz 05 II, FSV Frankfurt, Eintracht Trier, FC Homburg (alle Regionalliga) und SGV Freiberg hießen seine Stationen. Beim baden-württembergischen Oberligisten stand er die vergangenen drei Spielzeiten unter Vertrag und war auch so lange Kapitän.

Warum es nie zum ganz großen Durchbruch gereicht hat? Steven Kröner muss auf die Frage nicht lange überlegen. „Ich hätte damals professioneller und bewusster leben müssen. So wie ich es in den vergangenen Jahren gemacht habe. Dann hätte es vielleicht geklappt“, sagt der 1,88 Meter große Fußballer, der mit dem FC 08 Homburg nicht nur den Gewinn des Verbandspokals feierte, sondern auch in die Oberliga abstieg. „Das war schon meine größte sportliche Enttäuschung“, sagt der Mann, der am liebsten Kartoffeln mit Spinat und Spiegelei isst. Früher musste ihm das seine Mutter immer servieren, wenn er mal nach Hause kam. „Mittlerweile kriege ich das selbst auch ganz gut hin“, sagt er.

Fußball ist bei ihm inzwischen etwas in den Hintergrund gerückt – was aber nichts an der professionellen Einstellung von Steven Kröner geändert hat, der mit seinen Kumpels gerne mal an der Play-Station zockt und aktuell und nebenbei auch noch die Trainer-B-Lizenz macht („Ich weiß aber nicht, ob ich mal als Trainer arbeiten möchte“). Dass er den SGV Freiberg verlassen hat, lag an Differenzen mit der Sportlichen Leitung, dass er sich dem SV Fellbach angeschlossen hat, daran, dass er nicht mehr so weit zum Training fahren wollte. Außerdem wird der 31-Jährige, der in Stuttgart-Nord wohnt, Ende September sein duales Sportmanagement-Studium abschließen und sich dann auf Jobsuche begeben. Auf die Arbeit wolle er sich dann auch konzentrieren.

Beim SV Fellbach soll Steven Kröner in der neuen Saison, die mit dem Pokalspiel am Samstag, 15.30 Uhr, beim Landesligisten SV Ebersbach/Fils beginnt, vor allem Verantwortung übernehmen und die jungen Spieler führen und unterstützen. Aufgaben, die er sich zutraut. „Ich strahle Ruhe aus, kann aber auch sehr laut auf dem Platz werden“, sagt er. Zudem sei er sehr offen, kommunikativ und ehrlich. „Und ein bisschen sportliche Qualität bringe ich ja hoffentlich auch mit“, sagt er und lacht. Einzig, ein Filigrantechniker sei er nicht und auch auf den ersten zehn Metern nicht unbedingt der Schnellste.

Dass er am Samstag die nächste Pokal-Runde erreichen will, daran lässt Steven Kröner keine Zweifel. „Das sind immer sehr reizvolle Spiele, und mit ein bisschen Losglück kann man auch als Verbandsligist weit kommen“, sagt der Zugang, dessen großes Vorbild einst Michael Ballack war. „Er hat mich immer mit seiner Spielweise und seinem Auftreten beeindruckt. Er hat sich nie eine Schwäche anmerken lassen“, sagt Steven Kröner.

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