Fußball-Weltmeisterschaft DFB "zufrieden" mit Verzicht auf FIFA-Kongress im WM-Streit

Muss mit seinen WM-Plänen gegen viele Widerstände ankämpfen: FIFA-Präsident Gianni Infantino. Foto: Ennio Leanza/KEYSTONE/dpa Foto: dpa
Muss mit seinen WM-Plänen gegen viele Widerstände ankämpfen: FIFA-Präsident Gianni Infantino. Foto: Ennio Leanza/KEYSTONE/dpa

Eine Kampfabstimmung über die umstrittene Fußball-WM alle zwei Jahre noch vor Weihnachten ist vorerst vom Tisch. Der DFB zeigt sich «zufrieden». Gianni Infantino muss eine gemeinsame Lösung finden.

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Zürich - Der hitzige Streit über eine Fußball-WM alle zwei Jahre wird für Gianni Infantino zum langwierigen Ringen um Zustimmung für sein aktuelles Lieblingsprojekt.

Nach dem energischen Veto aus Europa und dem Verzicht des FIFA-Councils auf ein Votum vor Weihnachten klammerte sich der Präsident des Weltverbands an die Hoffnung auf eine gemeinsame Lösung. Er deutete bereits ein mögliches Einlenken an. "Wir möchten diesen Konsens erreichen. Wie dieser aussieht, das werden wir sehen", sagte Infantino in Zürich.

DFB zeigt sich "zufrieden"

Der Deutsche Fußball-Bund zeigt sich dagegen "zufrieden" mit dem Verzicht auf einen Kongress und damit auf eine Abstimmung über die Weltmeisterschaft im Zwei-Jahres-Rhythmus noch in diesem Jahr. Das FIFA-Council hatte am Mittwoch stattdessen beschlossen, dass am 20. Dezember lediglich ein globaler Gipfel mit Beratungen zur Reform des internationalen Spielkalenders stattfinden soll.

"Die Entscheidung fiel auf Vorschlag des Präsidenten einstimmig aus, damit ist eine Abstimmung im Dezember hinfällig und es gab im FIFA-Council diesbezüglich keine Kontroversen", teilte der DFB auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. "Deswegen setzen wir weiter auf eine gemeinsame von FIFA und UEFA erarbeitete einvernehmliche Lösung aller Fragen zum zukünftigen weltweit einheitlichen Spielkalender."

Positionen weiter verhärtet

Die Gegner einer Verkürzung des WM-Rhythmus auf zwei Jahre durften sich zunächst als Sieger fühlen, die Positionen sind dennoch weiter verhärtet. Bei Gesprächen mit Verbandsvertretern aus Europa hatte Infantino deutlichen Widerstand für die Pläne des Weltverbands erhalten. Mehr als ein Dutzend europäischer Verbände erwägt nach dpa-Informationen, als letzte Option aus dem Weltverband auszutreten.

Auch Bayern Münchens Präsident Herbert Hainer bekräftigte seine Ablehnung. Die Fans auf der ganzen Welt seien mit dem bisherigen Vier-Jahres-Rhythmus zufrieden, er habe sich über viele Jahrzehnte bewährt, sagte er dem "Kicker". Neben der Europäischen Fußball-Union UEFA lehnt auch der Kontinentalverband Südamerikas die Pläne für eine WM alle zwei Jahre kategorisch ab.

Nach der Sitzung des FIFA-Councils formulierte Infantino dennoch seinen Wunsch auf einen Ausweg aus der festgefahrenen Situation. "Für mich ist alles offen. Vielleicht machen wir einen Schritt vorwärts und einen zurück", sagte Infantino in Zürich. "Es gibt Konföderationen, die eine WM alle zwei Jahre möchten. Wir haben heftige Reaktionen ausgelöst und viele negative, aber auch positive und enthusiastische Aussagen dazu gehört."

Eine mögliche Entscheidung könnte statt wie von Infantino erhofft noch vor Jahresende nun am 31. März beim Kongress im WM-Land Katar fallen. Als möglicher Kompromiss steht noch eine weltweite Nations League, nach dem Vorbild der europäischen Version, zur Debatte. Diese könnte anstelle einer WM alle zwei Jahre wieder auf die Agenda rücken.

Eine Technische Beratungsgruppe der FIFA um Direktor Arsène Wenger hatte die WM-Ausrichtung alle zwei Jahre vorgeschlagen, auch der Rhythmus der Kontinentalturniere wie der EM würde dabei verkürzt. Demzufolge sollen die Änderungen nach der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko mit erstmals 48 Nationen endgültig greifen. 2027 würden dann die Turniere der Konföderationen ausgerichtet werden. Im bislang geplanten EM-Jahr 2028 stünde dann schon wieder die nächste WM an.

© dpa-infocom, dpa:211020-99-672590/5

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