Gala gegen Werder Bremen Philippe Coutinho führt den FC Bayern zum 6:1

Von red/dpa 

Der FC Bayern feiert nach zwei Niederlagen wieder einen Sieg - und was für einen. Philippe Coutinho ragt als Dreifachtorschütze gegen Bremen heraus. Der Trainer freut sich nicht nur darüber.

Torschütze Philippe Coutinho und Thomas Müller jubeln über das Tor zum 6:1. Foto: dpa/Sven Hoppe
Torschütze Philippe Coutinho und Thomas Müller jubeln über das Tor zum 6:1. Foto: dpa/Sven Hoppe

München - Den Gala-Nachmittag ließ Philippe Coutinho auf dem Rasen mit seinem Töchterchen und Bayern-Maskottchen Berni ausklingen. Nachdem der Brasilianer mit seinem ersten Dreierpack (45./63./78. Minute) im Münchner Trikot und als zweifacher Vorbereiter beim 6:1 (2:1) gegen Werder Bremen geglänzt hatte, kickte er zusammen mit Bayern-Kumpel Thiago und dessen Nachwuchs noch ein bisschen an der Mittellinie. „Heute war es wichtig, die Punkte zu holen, um wieder nach oben zu kommen“, sagte der 27 Jahre alte Coutinho glücklich.

Dank des im Sommer vom FC Barcelona ausgeliehenen Offensivspielers ist der FC Bayern wieder auf Erfolgskurs in der Fußball-Bundesliga. „Das hat jedem, der im Stadion war, Spaß gemacht“, sagte Trainer Hansi Flick. „Die Mannschaft hat sich für ihn von Herzen gefreut, dass er auf dem Platz so eine Leistung abgeliefert hat: Drei Tore geschossen, zwei vorbereitet – das war einfach klasse!“

Robert Lewandowski (45.+4/72.) schraubte seine Torausbeute am Samstag auf 18 Ligatreffer hoch. Der eingewechselte Thomas Müller jubelte ebenfalls als Torschütze (75.). Milot Rashica hatte die bis zum 1:1 stark spielenden Gäste in Führung gebracht (24.).

Immer wieder Lücken in der Bayern-Defensive

Vor 75 000 Zuschauern arbeiteten sich die Münchner nach zuvor zwei Liga-Niederlagen in einer verrückten ersten Hälfte zurück ins Spiel. Der Doppelschlag vor der Pause brachte dabei die Wende. „Die zwei Tore vor der Pause waren entscheidend“, sagte Doppeltorschütze Lewandowski und hob den Auftritt von Coutinho hervor. „Das war sein Spiel!“ Nach dem Seitenwechsel war die Bremer Gegenwehr gebrochen. „Am Ende waren wir konfus“, sagte Gäste-Trainer Florian Kohfeldt.

Vor dem Tor-Feuerwerk deckten die Gäste immer wieder Lücken in der Bayern-Defensive auf. Rashica verstolperte zunächst gegen Jérôme Boateng beim Konter nach einem Münchner Eckball (8.). Nachdem Boateng mit der Gelben Karte verwarnt worden war, ließ Rashica den Ex-Weltmeister im Laufduell stehen und spielte ihn aus. Sein satter Schuss überwand dann auch Bayern-Kapitän Manuel Neuer.

Das 0:1 hinterließ Wirkung bei den Gastgebern, die gegen eine dicht gestaffelte Bremer Abwehr hektisch und unpräzise agierten - aber dann auch willensstark wie vor dem 1:1. Nach Vorarbeit von Joshua Kimmich und Serge Gnabry vollendete Coutinho zum vierten Ligator. „Der Wille war da, dass wir zum Torerfolg kommen“, sagte Neuer.

Feines Zuspiel von David Alaba

Zu allem Bremer Übel verletzte sich Theodor Gebre Selassie bei seinem vergeblichen Klärungsversuch und musste ausgewechselt werden. „Das ist für uns neben dem Ergebnis die bitterste Nachricht“, sagte Kohfeldt. „Er hat sich eine schwere Muskelverletzung zugezogen und wird uns lange fehlen.“

Befreit von der Last des Rückstands war das 2:1 dann umso schöner herausgespielt. Mit einem Zuckerpass bediente Coutinho Lewandowski, der seine drei Ligaspiele währende Torpause beendete.

Der gelb-rot-gefährdete Boateng blieb nach der Pause draußen. Die Umstellungen im Münchner Spiel sorgten für eine bessere Balance. Die Versetzung von Coutinho in die Mittelfeldzentrale sorgte für weitere Impulse im Spiel nach vorne. Nach einem feinen Zuspiel von David Alaba auf den durchgestarteten Coutinho hob dieser mit großer technischer Raffinesse den Ball über Pavlenka zum 3:1 ins Werder-Tor.

Lewandowski machte mit dem 4:1 alles klar, was Kohfeldt mächtig ärgerte. Er reklamierte ein Handspiel vor dem Tor. Doch das war am Ende nebensächlich, denn der eingewechselte Müller und wieder Coutinho mit einem Treffer der Marke „Tor des Monats“ schraubten das Ergebnis weiter in die Höhe. „Hier darfst du nicht sechs Tore kriegen“, beklagte Werder-Profi Maximilian Eggestein.