Garden Campus in Stuttgart-Vaihingen Schweizer Investor eingestiegen

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Die Düsseldorfer Gerchgroup hat Anteile am Eiermann-Campus an die SSN Group verkauft. Das Bebauungsplanverfahren für das Projekt wird derzeit fortgeführt.

So könnte es auf dem Eiermann-Campus einmal aussehen. Baubeginn soll 2020 sein. Foto: Steidle Architekten und Realgrün Landschaftsarchitekten
So könnte es auf dem Eiermann-Campus einmal aussehen. Baubeginn soll 2020 sein. Foto: Steidle Architekten und Realgrün Landschaftsarchitekten

Vaihingen - Im Oktober 2015 hat die Düsseldorfer Gerchgroup das ehemalige IBM-Gelände im Westen Stuttgart-Vaihingens gekauft. Im April 2017 hat die in der Schweiz ansässige SSN Group AG von der Gerchgroup die Mehrheit ihrer Beteiligung an der Gerch Development GmbH erworben. Das ist einer Pressemitteilung des Schweizer Unternehmens zu entnehmen. Über den Kaufpreis haben die Beteiligten Stillschweigen vereinbart. Die SSN Group beteilige sich damit an einem Portfolio mit neun Projekten und einem Investitionsvolumen von insgesamt 2,3 Milliarden Euro.

Baubeginn ist 2020 geplant

Das neu entstandene Gemeinschaftsunternehmen, Joint Venture genannt, firmiert unter dem Namen SG Development GmbH. SSN Development-Chef Jürgen Overath übernimmt die Geschäftsführung. Das Management rund um den CEO Mathias Düsterdick und den CFO Christoph Hüttemann der Gerchgroup wird die SG Development GmbH weiterhin unterstützen, vermeldet die Schweizer Unternehmensgruppe.

Eines der Projekte der Kooperation ist das Eiermann-Areal. Unter dem Namen Garden-Campus soll auf dem 195 000 Quadratmeter großen Gelände ein neues Stadtquartier entstehen. Die Münchner Büros Steidle Architekten und Realgrün Landschaftsarchitekten haben den städtebaulichen Wettbewerb für sich entscheiden können. Der Siegerentwurf, der eine Kombination von Gewerbe- und Wohneinheiten vorsieht, wurde im Dezember 2016 in den städtischen Gremien und im Bezirksbeirat vorgestellt. Baubeginn auf dem Eiermann-Campus ist für 2020 geplant. Die Gesamtinvestitionen werden auf rund 960 Millionen Euro geschätzt.

Zwischennutzungen sind willkommen

Aktuell wird das Bebauungsplanverfahren für das Großprojekt auf Basis des Wettbewerbsergebnisses fortgeführt. Auswirkungen auf die Bebauung hat der Einstieg der SSN Group nicht. „Wir sprechen derzeit mit der SSN Group darüber, wie der Entwurf des Wettbewerbssiegers zu überarbeiten ist. So wie es in laufenden Verfahren für einen Bebauungsplan üblich ist“, erklärt Sven Matis, Pressesprecher der Stadt. Konkrete Termine oder Zeitrahmen könne man derzeit nicht benennen. Vonseiten der Schweizer SSN Group war bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme zu bekommen.

Nach der Verkündung des Siegerentwurfs Ende 2016 war es im Folgejahr still um den Garden Campus geworden. Zwischenzeitlich wurde dort Theater gespielt, auch die Hochschule der Medien (HdM) lud bereits zu einer Veranstaltung auf dem Gelände. Laut Stadt kann das bis zum Baubeginn weitergehen. „Kulturelle Zwischennutzungen sind willkommen. Wenn Veranstalter etwas planen, prüfen wir gern die Möglichkeiten, wie der Campus kurzfristig belebt werden kann“, sagt Matis.

Vaihinger befürchten Verkehrskollaps

Zwischenzeitlich wird wohl auch die Firma Daimler das Gelände nutzen. Der Automobilhersteller plant einen Ausbau seines Vertriebstandorts an der Heilbronner Straße. Weil das Unternehmen seine Fahrzeuge dann vorübergehend nicht an der Automeile abstellen kann, sollen sie nach Vaihingen ausgelagert werden, sagt Matis. Dabei soll es sich aber um einen reinen „Abstellplatz“ handeln, der Verkauf von Fahrzeugen ist dort nicht geplant.

Somit ist dadurch wohl auch kein zusätzlicher Verkehr auf Vaihinger Straßen zu befürchten. Das war einer der Gründe, weswegen die Bezirksbeiräte eine Bebauung des Eiermann-Areals vehement ablehnten. Auch bei den bisherigen Bürgerbeteiligungen war das die größte Sorge der Anwohner. Derzeit erstellt die Stadt ein Verkehrskonzept für Vaihingen, das die Situation entspannen soll.




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