Gartenfreunde Degerloch Gartenzwerg ade

Philipp Vollrath, der Vorsitzende der Gartenfreunde Degerloch Foto: Julia Barnerßoi
Philipp Vollrath, der Vorsitzende der Gartenfreunde Degerloch Foto: Julia Barnerßoi

Die Gartenfreunde Degerloch freuen sich über immer mehr junge Familien als Pächter.

Bad Cannstatt: Julia Barnerßoi (baj)
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Stuttgart-Degerloch - Gartenzwerge? Fehlanzeige. Strebergarten statt Schrebergarten? Ganz und gar nicht. Klischees, die noch vor ein paar Jahren der Wahrheit recht nahe kamen, halten heute nicht mehr stand. Das weiß Philipp Vollrath, der Vorsitzende der Gemeinschaft der Gartenfreunde Degerloch. Es habe sich ein Wandel vollzogen. „Seit zwei oder drei Jahren liegt das Kleingärtnern wieder im Trend“, sagt Vollrath. Immer mehr junge Familien mit Kindern bewerben sich um eine Parzelle. Nur ist heute eben von „urban gardening“ – städtischem Gärtnern – die Rede.

Vollrath und seinen Vorstandskollegen gefällt dieses Entwicklung, deshalb wird sie unterstützt. „Wir schauen, dass wir junge Familien reinholen“, sagt er. Insgesamt 148 Parzellen hat der Verein, verteilt auf vier Standorte. Der größte ist der in Hoffeld mit 50 Gärten, gefolgt von der Anlage an der Pfullinger Straße mit 45, der Eppleanlage mit 28 und der Löwenanlage mit 25 Gärten.

Es muss Regeln geben, „wenn der Laden etwas größer ist“

Die Größe der Parzellen in den Anlagen ist ganz unterschiedlich. Sie reicht von 180 bis 650 Quadratmeter. Pro Ar, also 100 Quadratmeter, muss der Pächter zwanzig Euro pro Jahr berappen plus Nebenkosten. „Bei einem Garten von 400 Quadratmetern wie meinem, sind das 120 Euro im Jahr“, rechnet Vollrath vor. Plus eine Einmalzahlung bei der Übernahme des Gartens.

Damit in den Gärten alles reibungslos und ohne Streit funktioniert, wählt jede Anlage einen oder mehrere verantwortliche Obleute. Denn Regeln müsse es geben, „wenn der Laden etwas größer ist“, sagt Vollrath, zum Beispiel feste Zeiten, zu denen der Rasen gemäht werden darf, oder eine vorgegebene Heckenhöhe. „Wir gehen aber nicht mit dem Zollstock rum“, scherzt der Vereinsvorsitzende. Und auch zwischen den Nachbarn krache es selten, sagt der 59-Jährige.

Sieben Parzellen gilt es ab dem 1. November neu zu vermieten

Außerhalb der Pflege der eigenen Parzelle gebe es zudem gemeinnützige Arbeit, die jeder leisten muss. Aber ebenso auch gemeinsame Feste und Feiern, etwa in der Vereinsgaststätte Hoftäle. 2014 wird besonders groß gefeiert. Dann besteht der Verein nämlich seit 75 Jahren.

Bis dahin wird sich die Besetzung in manchen Gärten aber noch einmal geändert haben. Zum 30. Oktober laufen die derzeitigen Pachtverträge aus. Sieben Parzellen gilt es ab dem 1. November neu zu vermieten, berichtet Philipp Vollrath. „Dafür haben wir bereits jetzt 34 Bewerber.“

Wirklich fair auswählen kann man da nicht mehr, gibt der Vereinsvorstand zu. Der neue Pächter müsse eben reinpassen und seine Arbeit ordentlich machen. Definitiv werden aber junge Familien bevorzugt. Um das Klischee von Gartenzwerg und Strebergarten weiter auszumerzen.

Gartenfreunde Degerloch:

Anschrift: Urachstraße 45, 70190 Stuttgart
Telefon:
29 31 29
Mail: p.vollrath@mailmir.info
Homepage: www. gartenfreunde-degerloch.de (Seite ist im Aufbau)
Vorsitzender:
Philipp Vollrath
Gründungsjahr:
1939
Mitgliederzahl: 172

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