Gauner am Telefon Schockanruf in Schorndorf

Ist da wirklich ein Polizist am anderen Ende der Leitung? Foto: dpa/Jan-Philipp Strobel
Ist da wirklich ein Polizist am anderen Ende der Leitung? Foto: dpa/Jan-Philipp Strobel

Mit einem Telefon-Trick haben Betrüger im Rems-Murr-Kreis mehr als 20 000 Euro erbeutet. Ein zweiter Versuch scheiterte – aber nur, weil eine Bankangestellte richtig schaltete.

Rems-Murr: Sascha Schmierer (sas)
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Rems-Murr-Kreis - Nach einer Welle von betrügerischen Anrufen im Rems-Murr-Kreis und im Ostalbkreis hat die Polizei erneut zu mehr Misstrauen gemahnt. „Geben Sie am Telefon niemals Details zu Ihren familiären und finanziellen Verhältnissen preis“, heißt es in einer Warnmitteilung des Präsidiums. Gerade am Donnerstag und Freitag seien viele ältere Bürgerinnen und Bürger von Schocktelefonaten oder den Anrufen vermeintlicher Polizisten oder falscher Bankmitarbeiter heimgesucht worden.

In Aspach wurde durch eine aufmerksame Angestellte eines Kreditinstituts ein Betrugsversuch gerade noch verhindert. Eine Seniorin hatte am Donnerstag einen Anruf erhalten, bei dem sich der Gesprächspartner als ihr Sohn ausgab und mitteilte, dass er in einen Unfall mit tödlichem Ausgang verwickelt sei. Zur Bezahlung der anstehenden Kaution bräuchte er nun 25 000 Euro. Die Gauner beauftragten ein Taxiunternehmen, das die Dame zu ihrer Sparkasse fuhr, wo der Schwindel aufflog.

Ein Bote holte die Scheckkarte samt PIN bei der Seniorin ab

Kein gutes Ende hatte ein Vorfall in Schorndorf, weil eine Seniorin die Betrugsabsicht nicht erkannte. Sie erhielt den Anruf eines falschen Bankmitarbeiters. Dieser täuschte vor, dass auf ihrem Konto diverse Abbuchungen von Amazon in Höhe von 4000 Euro zurückgehalten wurden. Nachdem die Seniorin bestätigt hatte, dass das unberechtigte Abbuchungen seien, wurde das Telefongespräch weiterverbunden, angeblich an die Kriminalpolizei. Der falsche Polizist am Telefon meinte, „so etwa dreistes habe er doch noch nie erlebt“. Umgehend entsandte er einen Boten, der zur Sperrung des Kontos die Scheckkarte mit dazugehöriger PIN bei der Seniorin zu Hause abholte.

Bei einem erneuten Anruf der Betrüger wurde dem Opfer weiterhin vorgetäuscht, dass die Polizei bereits einen der Tatverdächtigen festgenommen hatte, dieser aber wieder auf freien Fuß gesetzt werden musste. Nun sei ihr Hab und Gut zu Hause nicht mehr sicher. Die Seniorin übergab deshalb Schmuck im Wert von 20 000 Euro an denselben Boten. Zudem wurden von ihrem Konto 1000 Euro am Geldautomat abgehoben.

Betrugsversuch in Aspach scheitert

Die Kriminalpolizei Waiblingen hat die Ermittlungen zu dem Vorfall übernommen und bittet um Hinweise. Besonderes von Bedeutung ist, ob am Donnerstag im Bereich des Baldungwegs, des Sünchenwegs und des Dürerwegs verdächtige Personen oder Fahrzeuge wahrgenommen wurden. Hinweise werden von der Polizei unter der Telefonnummer 0 71 51/95 00 entgegengenommen. In der Warnmitteilung weist das Aalener Präsidium ausdrücklich darauf hin, dass die Bürgerinnen und Bürger von der Polizei niemals aufgefordert werden würden, Geld oder Wertgegenstände herauszugeben. Keinesfalls sollte bei derartigen Anrufen auch die Rückruftaste des Telefons benutzt werden.

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