Gefährlicher Farbstoff Titandioxid – in diesen Produkten steckt der krebsverdächtige Stoff

Ist das tägliche Zähneputzen gefährlich, wenn die gekaufte Zahnpasta Titandioxid enthält? Foto: imago images/Westend61/Vasily Pindyurin via www.imago-images.de
Ist das tägliche Zähneputzen gefährlich, wenn die gekaufte Zahnpasta Titandioxid enthält? Foto: imago images/Westend61/Vasily Pindyurin via www.imago-images.de

Der Stoff Titandioxid ist in vielen Lebensmitteln und Kosmetikprodukten enthalten, obwohl er als gesundheitsschädlich gilt. Ein Zahnpasta-Hersteller verwendet trotzdem Titandioxid in einem neuen Produkt.

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Stuttgart - Durch Zahnpasta, den Überzug von Tabletten und Kaugummis oder Backpulver – so gut wie täglich können wir in Kontakt mit Titandioxid kommen. Titandioxid ist aber nicht irgendein Inhaltsstoff, er steht im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Einen konkreten Nutzen hat der Farbstoff nicht, außer, dass er unsere Lebensmittel, Kosmetika und Medikamente weiß färbt.

Entgegen dem allgemeinen Trend und vieler wissenschaftlicher Erkenntnisse hat nun eine bekannte Zahnpasta-Firma ein neues, „verbessertes“ Produkt auf den Markt gebracht. Mit enthalten in der Zahnpasta: Titandioxid. Der Stoff ist von Laien oftmals nicht zu erkennen, da er auf der Verpackungsrückseite nicht selten unter der Bezeichnung „CI 77891“ oder „E171“ aufgeführt wird. Auch in der Zahnpasta „Parodontax extra frisch“ vom Pharma-Konzern GlaxoSmithKline (GSK) ist der in die Kritik geratene Farbstoff enthalten.

Das Vorgängerprodukt von "Parodontax“ war titandioxidfrei. In vielen Medien, der Politik und auch im Netz wird die neue Rezeptur heftig diskutiert. Die Forderung: GSK solle auf den gesundheitsschädlichen Inhaltsstoff verzichten. Scharfe Kritik hagelt es vonseiten des ehemaligen Geschäftsführers der Verbraucherschutzorganisation „foodwatch“, Martin Rücker.

Was ist Titandioxid und wo ist es eingesetzt?

Titandioxid ist grundsätzlich ein Farbstoff mit großer Deckkraft. Er ist weiterhin als Lebensmittelzusatzstoff unter dem Namen „E 171“ zugelassen. Oft kommt es als Farbpigment in Süßigkeiten, Hustenbonbons und vor allem Kaugummis vor, um Dragees mit einem Weiß zu überziehen. Ebenso wir er als Überzug in zahlreichen Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln verwendet. Sogar in Fertigsaucen und Käse wird mit Titandioxid gearbeitet. Wer den Inhaltsstoff „CI 77891“ in Kosmetikprodukten wie Zahnpasta entdeckt, ist im Besitz eines titandioxidhaltigen Produkts. Auch in Sonnencreme wird das Weißpigment eingesetzt. Ansonsten ist Titandioxid in Lacken, Wandfarbe und Druckerfarbe enthalten.

Ist Titandioxid gefährlich?

Laut der Europäischen Lebensmittelagentur (Efsa) ist der Stoff „nicht sicher“. Frankreich hat Titandioxid als Lebensmittelzusatz verboten, weil die Studienlage auf eine Schädlichkeit hindeutet und keine entkräftenden Argumente gefunden werden konnten. Die deutsche Bundesregierung ist noch nicht so weit, und das, obwohl die Efsa empfiehlt, Titandioxid aus Lebensmitteln und Kosmetika, die in unseren Organismus gelangen können, herauszulassen.

Viele wissenschaftliche Studien deuten darauf hin, dass der Stoff krebserregend und erbgutschädigend ist und besonders in Form von eingeatmeten Nanopartikeln ähnlich gefährlich wie Asbest sein könnte. Auch im Darm, so Schweizer Wissenschaftler, könne er die Bildung von Tumoren begünstigen. Die Nanopartikel rutschten nämlich schnell in den Darmtrakt und dringen dort tief in die menschlichen Zellen ein. Ob Titandioxid auch die Sexual- und Fruchtbarkeitsfunktionen einschränken kann, soll nun in weiteren Versuchen herausgefunden werden.

Wie geht es weiter mit Titandioxid?

Nach Meinung der ehemaligen Verbraucherschutzministerin Renate Künast soll sich die Bundesregierung am Beispiel Frankreichs orientieren und den Farbstoff in Lebensmitteln verbieten oder sich bei der Industrie zumindest für eine erhebliche Reduktion einsetzen.

Verbraucherschützer empfehlen, Produkte mit „E171“ oder „CI 77891“ zu vermeiden, solange es noch keine EU-weite Regelung zu Titandioxid gebe. Inhaltslisten auf den Verpackungen müssen laut Gesetz Aufschluss darüber geben, ob das Pigment enthalten ist. Da es außer einer Weißfärbung und seiner Deckkraft keinen Nutzen für Lebensmittel hat, kann ohne Weiteres auf ihn verzichtet werden.

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