Gefahren am Gleis Sieben Tipps zum richtigen Verhalten am Bahnsteig

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Immer wieder sterben Menschen bei Unfällen an Bahnhöfen oder auf Gleisanlagen, denn hier lauern viele Gefahren. Wir haben sieben Tipps zusammengestellt, wie man sich richtig verhält.

Wer die Gleise überquert sollte immer auf die Beschilderung achten. Foto: factum/Granville
Wer die Gleise überquert sollte immer auf die Beschilderung achten. Foto: factum/Granville

Bondorf - Ein Bahnhof ist kein Spielplatz. Das haben die Schüler der fünften und sechsten Klassen der Gemeinschaftsschule Bondorf/Gäufelden von der Bundespolizistin Bianca Castan gelernt. Zunächst im Unterricht und dann auch vor Ort am Bahnhof zeigte sie ihnen, wie man sich am Gleis richtig verhält. Denn noch immer bringen sich Kinder, aber auch Erwachsene, dort in Lebensgefahr. Im Oktober 2016 wurde ein Mensch am Bahnhof Herrenberg zwischen Zug und Bahnsteigkante eingeklemmt und starb. Im November 2014 kam ein Mann ums Leben, der zum Austreten ins Gleisbett des Böblinger Bahnhofs geklettert war und dort von einem Zug erfasst wurde.

Wir haben sieben Tipps zusammengestellt, wie man sich am Bahnhof und im Zug richtig verhält.

1. Nicht auf Masten, Brücken oder abgestellte Waggons klettern. Die Oberleitungen führen eine Spannung von 15.000 Volt. Schon die bloße Annäherung ist laut Bundespolizei lebensgefährlich, für einen Stromschlag brauche es nicht einmal eine Berührung.

2. Nicht im Gleisbereich des Bahnhofs herumlaufen oder die Gleise auf freier Strecke überqueren. Züge näherten sich oft beinahe lautlos, deshalb nehme man sie häufig erst spät wahr, warnt die Bundespolizei. Gerade bei schnellen Zügen wie ICE betrage der Bremsweg bis zu einem Kilometer. Bei einem Vorfall im Gleis rechtzeitig zu bremsen sei da fast unmöglich.

3. Keine Selfies im Gleisbereich machen. Immer häufiger entdeckt die Bundespolizei Kinder und Jugendliche, die sich in der Nähe von Gleisen aufhalten, um Fotos für soziale Netzwerke aufzunehmen. „Die romantische Symbolik – Fernweh, Lebensweg – soll die Motive prägen“, heißt es in einer Broschüre. Allerdings sei es dabei schon zu tödlichen Unfällen gekommen, weil herannahende Züge nicht rechtzeitig bemerkt worden seien.

4. Keine Graffiti auf leere Flächen auf dem Bahngelände sprayen. Auch dabei laufe man meist über die Gleise und begebe sich in Lebensgefahr, mahnt die Bahn. Außerdem könne sie auch viele Jahre später noch Schadenersatz von den Sprayern fordern.

5. Bahnübergänge nicht bei geschlossener Schranke oder leuchtendem Blinklicht überqueren. An Bahnübergängen mit Andreaskreuz gilt: Züge haben Vorfahrt. Diese Regel sei notwendig, da Züge meist weder rechtzeitig bremsen noch der Schienen wegen ausweichen könnten, schreibt die Bahn in einem Flyer. Autofahrer und Fußgänger gehen laut Bahn daher ein großes Risiko ein, wenn sie Gleise überquerten, obwohl sich ein Zug nähere.

6. Hinter der weißen Linie am Bahnsteig bleiben. Wenn ein Zug in einen Bahnhof ein- oder durch ihn hindurchfahre, entstehe eine Sogwirkung, teilt die Polizei mit. Gegenstände oder Personen könnten mitgerissen werden. Die weiße Linie zeige den richtigen Sicherheitsabstand an.

7. Am Bahnsteig nicht herumhampeln, schubsen oder drängeln. Falle jemand kurz vor der Einfahrt eines Zuges ins Gleisbett, könne das tödliche Folgen haben, so die Polizei.

Wie vielfältig die Gefahren am Bahnhof und im Gleisbereich sein können, vermittelt die Bundespolizei Kindern und Jugendlichen mit Hilfe des Animationsfilms „Olis Chance“, mit dem die Deutsche Bahn und das Animationsstudio „Studio Soi“ beim Trickfilm-Festival in Stuttgart im Jahr 2006 den Preis für den besten Kinderfilm gewannen.




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