Gemeinderat Reichenbach Schul- und Sportcampus: Gemeinde kann die besten Ideen aussuchen

Von Julia Theermann 

Der Schul- und Sportcampus am Lützelbach war zuletzt ein großes Thema im Gemeinderat von Reichenbach. Das Gremium hat Ziele bestimmt, mit denen die beauftragten Büros in die Planung einsteigen können.

Die Weiterentwicklung des Reichenbacher Schul- und Sportcampus’ war das zentrale Thema im Gemeinderat. Foto: Karin Ait Atmane
Die Weiterentwicklung des Reichenbacher Schul- und Sportcampus’ war das zentrale Thema im Gemeinderat. Foto: Karin Ait Atmane

Reichenbach - Zwölf Zuschauer von Schulen und Vereinen haben kürzlich die Sitzung des Reichenbacher Gemeinderats verfolgt. Denn gleich der erste Punkt auf der Tagesordnung hatte es in sich: Es ging um die Gestaltung des zukünftigen Schul- und Sportcampus’ am Lützelbach. Im vergangenen Jahr waren drei Planungsbüros damit beauftragt worden, das Entwicklungspotenzial des Geländes auszuloten. Nun hat das Beratungs-, Planungs- und Projektmanagementunternehmen Drees & Sommer die beiden besten Entwürfe der Öffentlichkeit präsentiert.

Der Bürgermeister Bernhard Richter wies darauf hin, dass alle drei Entwürfe bezahlt worden seien. „Wir sind also nicht an den Siegerentwurf gebunden und können uns aus allen Beiträgen die Rosinen rauspicken“, sagte er. Das Projekt Schul- und Sportcampus werde einen deutlich zweistelligen Millionenbetrag verschlingen und die Kommune finanziell fordern. Aber nicht alles, was gebaut werden soll, ist gleich dringend.

Anfang des Jahres hat der Gemeinderat den ersten Schritt zum Einstieg in den Planungsprozess gemacht: die europaweite Ausschreibung für den Bauabschnitt „Neubau Sporthalle und Mensa“. Dafür sollen die Arbeiten möglichst schnell beginnen. „Wir müssen eine neue Halle bauen, bevor die alte nicht mehr nutzbar ist“, betonte Richter. Darauf liege die Priorität. Die Schulturnhalle stehe zwar nicht unmittelbar vor dem Einsturz, „aber mittelbar“, sagte Richter. Am Samstag ist aus sechs Planungsbüros ein Sieger ausgewählt worden, der sich um den ersten Bauabschnitt kümmern soll.

Entlastung der Schulstraße geplant

Bevor aber im Herbst die eigentliche Planung losgehen kann, muss die Marschrichtung feststehen. Nur so kann das beauftragte Büro erste Kostenaussagen, Alternativen und Lösungsvorschläge schnellstmöglich vorlegen. Der Gemeinderat hat eine Liste mit Planungszielen ausgearbeitet, die von den Planern eingehalten werden müssen.

Dazu gehört, dass die Schulstraße entlastet werden muss. Um das zu erreichen, sollen die Realschule und alle weiteren Schulgebäude nach dem Umbau über die Karlstraße angefahren werden. Nördlich der Karlstraße soll ein neuer Parkplatz gebaut werden, eine sehr teure und wenig nachhaltige Tiefgarage hatten die Verwaltung und die Ratsmitglieder abgelehnt.

Zu den Planungszielen gehört außerdem, dass geschaut wird, welche Punkte aus dem Schulentwicklungsplan kurz- oder mittelfristig noch verwirklicht werden sollten. Als ein Beispiel nannte Richter fehlende naturwissenschaftliche Räume in der Realschule. Was den Standort der neuen Mensa und eines Kinderhauses angeht, sollen noch Untersuchungen durchgeführt werden. Durch ein Provisorium im Koppschen Garten, wo zurzeit zwei Kita-Gruppen untergebracht sind, habe man ein wenig Zeitdruck aus dem Thema nehmen können.

Freiflächen nicht vergessen

Die Gemeinderäte lobten die Vorplanungen, die von Drees & Sommer professionell begleitet worden seien. Man sei sich bewusst, was für einen Schatz man im Schul- und Sportcampus habe, und sei bereit für den Bau-Marathon. Alle Fraktionen begrüßten die geplante Erschließung der Schulgebäude über die Karlstraße.

Auch die Entscheidung gegen eine Tiefgarage, die mehrere Millionen Euro gekostet hätte, wurde goutiert. Schließlich wolle man keine Millionenbeträge vergraben, die die Kommune nicht habe, wie es Andreas Löffler (CDU) ausdrückte.

Matthias Weigert von den Grünen bemängelte an den Planungszielen jedoch, Freiflächenplanung sei keine Restplanung. Er stellte den Antrag, ein entsprechendes Nutzungskonzept mit auf die Aufgabenliste für die Planer zu schreiben. Für diese Aufgabe brauche es aber einen eigenen Planer. „Der, den wir jetzt auswählen, muss Sporthallen können“, sagte Richter. Später könne man für die Freiflächen jemanden beauftragen, der den „Ökologie- und Gewässerstandort“ mit der Nutzung durch den Menschen in Einklang bringen könne.

Insgesamt, stellte der Bürgermeister Richter erfreut fest, nachdem die Fraktionen zu den Entwürfen Stellung genommen hatten, hätten die Beteiligten mit ihren Vorstellungen letztlich zueinander gefunden. Nun könne man gut vorbereitet in die eigentlichen Planungen für den Schul- und Sportcampus einsteigen.




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