Genussmesse Tisch und Tafel in Fellbach Genießen mit allen Sinnen – und naturbewusst

Zum fünften Mal präsentierte sich die Messe „Tisch und Tafel“ mit 94 Ausstellern in der Alten Kelter. Foto: Patricia Sigerist 15 Bilder
Zum fünften Mal präsentierte sich die Messe „Tisch und Tafel“ mit 94 Ausstellern in der Alten Kelter. Foto: Patricia Sigerist

Zahlreiche Inspirationen für ein außergewöhnliches Zuhause und jede Menge kulinarische Kicks: das holten sich die Besucher bei der Genussmesse „Tisch und Tafel“ am Wochenende in der Alten Kelter in Fellbach.

Fellbach: Brigitte Hess (hes)

Fellbach - Mit all ihren fünf Kindern war die Familie Korkmatz aus Degerloch am Samstag in der Alten Kelter zu Besuch. „Das ist hier top organisiert, innovative Ideen und neue Eindrücke. Wir haben vor allem nach veganen Produkten gesucht“, sagt der Familienvater. Wie es scheint, mit Erfolg: Denn einige Tüten sind gefüllt. „Schokolade, Aufstriche. Ja, wir haben gut eingekauft“, sagt seine Frau.

Mehr als 7000 Besucher kommen am Wochenende

Das ist auch der Sinn und Zweck der Genussmesse „Tisch und Tafel“, die Luca Salvatore bereits zum fünften Mal mit 94 Ausstellern – davon 40 neue – in Fellbach veranstaltete. Dazu kommt zwei Mal im Jahr noch die Messe „Speis und Trank“. „Wir haben an jedem der Wochenenden bis zu 7000 Besucher. Es ist ein kaufkräftiges Publikum, das hier Dinge sucht, die man nicht überall bekommt“, sagt Salvatore. Mit außergewöhnlichen Genüssen und Wohnkultur könne man immer begeistern.

Das merkt auch Irmgard Kumpf vom gleichnamigen Safthersteller. Sie kommt kaum nach, den Interessenten ihre neuen Saftmischungen einzuschenken. „Die kann man toll mit Sekt aufgießen oder als Grundlage für Cocktails nehmen“, sagt die Unternehmerin. Gleich gegenüber präsentieren sich die „Jungwinzer“, ein lockerer Zusammenschluss aus 17 Winzern der Region. Christoph Kern hatte die Idee, und auf dem Stuttgarter Weindorf betrieben die jungen Winzer erstmals eine gemeinsame Laube. „Wir nehmen uns gegenseitig nichts weg, wir bereichern uns“, sagt Christoph Kern. Die Kunden seien heute nicht mehr lebenslänglich einem Erzeuger treu, sondern würden das große Angebot genießen und weltweite Weine probieren.

Biere von kleinen Brauereien, angesagter Gin, frisch gepresstes Rapsöl aus Bayern, Fruchtaufstriche, Pestos: das Angebot ist riesig

Alle paar Stunden gibt es ein Kochevent mit bekannten Köchen der Region in der Alten Kelter. Hier lassen sich die Besucher besonders gerne inspirieren, schließlich kann man die Köstlichkeiten gleich probieren. Baskisches Fingerfood hat Peter Kirnbauer vom Ludwigsburger Caterer „Kochzeit“ zubereitet. Ziegenkäsebällchen mit Aprikosen, gebratene Blutwurst, frittierte und panierte Garnelen – da bleibt nichts übrig. Biere von kleinen Brauereien, angesagter Gin, frisch gepresstes Rapsöl aus Bayern, Fruchtaufstriche, Pestos: das Angebot ist riesig. Christian Hübner stellt nach dem Rezept seiner Oma unter dem Namen „Wilde Hilde“ aus Pflaumen, Tomaten, Zuckerrüben und Gewürzen eine perfekte Currysoße her, Vivian Vogt betreibt in Passau eine kleine Manufaktur mit Gewürzen und raffiniert gerösteten Nüssen. Sie hat vor Jahren im Urlaub auf der indonesischen Insel Java den Kokusblütenzucker entdeckt und vermarktet den Ertrag einer Großfamilie, die 22 Wildpalmen aberntet. „Dieser Kokosblütenzucker ist Gewürz und Zucker in einem“, sagt sie und stäubt Interessenten eine Prise auf den Handrücken: „Ich will keine Plastiklöffel und auch meine Verpackungen sind ganz ohne Plastik“, erklärt sie. Passend dazu hat Susanne Golzheim wiederverwendbare, abwaschbare Tücher aus Biobaumwolle wiederentdeckt. Sie sind als Brotbeutel nutzbar, man kann Zitronen oder Zwiebeln damit abdecken und das Vesperbrot darin verpacken. „Plastikfrei und müllfrei“, freut sich eine Frau und kauft gleich für eine Freundin mit ein.

Niko Steinhauer und André Schwarz verkaufen Daffee – ein Getränk aus gerösteten und gemahlenen Dattelkernen. Zufällig entdeckten sie in Tunis einen Erzeuger dieses traditionellen Getränks der Berber. Sie haben ihm auch Minze, Zimt und Ingwer zugesetzt und experimentieren gerade mit Rosenblättern. Das freundliche Kamel auf der Verpackung lächelt die Besucher an, und die kosten gerne.




Unsere Empfehlung für Sie