Georg-Büchner-Preis 2020 Elke Erb erhält Büchner-Preis

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Die 82-jährige Lyrikerin Elke Erb erhält in diesem Jahr den Georg-Büchner-Preis – die wichtigste literarischen Auszeichnung in Deutschland.

Die Büchnerpreisträgerin Elke Erb Foto: picture alliance / Gerald Zoerne
Die Büchnerpreisträgerin Elke Erb Foto: picture alliance / Gerald Zoerne

Darmstadt - Die Lyrikerin Elke Erb wird mit dem Georg-Büchner-Preis 2020 ausgezeichnet. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Dienstag in Darmstadt mit. Der mit 50 000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland.

Mit Elke Erb werde ein unverwechselbares und eigenständiges schriftstellerisches Lebenswerk geehrt, dessen Anfänge 1975 in der DDR lagen und das sich nach deren Ende unbeirrt bis in die Gegenwart fortsetze, heißt es in der Begründung der Jury. „Elke Erb gelingt es wie keiner anderen, die Freiheit und Wendigkeit der Gedanken in der Sprache zu verwirklichen, indem sie sie herausfordert, auslockert, präzisiert, ja korrigiert.“ Für die unverdrossene Aufklärerin sei Poesie eine politische und höchstlebendige Erkenntnisform.

Die 1938 in der Eifel geborenen und in der DDR aufgewachsene Autorin veröffentlichte zahlreiche Gedichtbände: „Gutachten, Poesie und Prosa“ (1975) und „Der Faden der Geduld“ (1978). Auswahlbände von ihr erschienen parallel im Westen. Sie unterstützte in den 80er Jahren die unabhängige Friedensbewegung, was zur Überwachung durch den Staatssicherheitsdienst führte. Zuletzt erschienen die Bände „Das Hündle kam weiter auf drein“ (2013) und „Gedichtverdacht“.

2018 wurde Elke Erb mit dem Mörikepreis der Stadt Fellbach ausgezeichnet, offenbar eine gute Voraussetzung für den Büchnerpreis. Schon drei der bisherigen Mörike-Preisträger wurden kurz danach mit dem Büchner-Preis geehrt.

2019 wurde Lukas Bärfuss ausgezeichnet

Die Akademie vergibt die Auszeichnung seit 1951 an Schriftsteller, die in deutscher Sprache schreiben. Die Preisträger müssen „durch ihre Arbeiten und Werke in besonderem Maße hervortreten“ und „an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben“.

Zu den Preisträgern gehören Max Frisch (1958), Günter Grass (1965) und Heinrich Böll (1967) sowie zuletzt Jürgen Becker (2014), Rainald Goetz (2015), Marcel Beyer (2016), Jan Wagner (2017) und im vergangenen Jahr der Schweizer Lukas Bärfuss.

Namensgeber ist der Dramatiker und Revolutionär Georg Büchner („Woyzeck“). Er wurde 1813 im Großherzogtum Hessen geboren und starb 1837 in Zürich. Die Auszeichnung wird am 31. Oktober während der Herbsttagung der Deutschen Akademie in Darmstadt verliehen.




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