Geschichtswerkstatt Degerloch Vom Bauerndorf zum Vorort

Helmut Doka ist Mitgründer. Foto: Ott
Helmut Doka ist Mitgründer. Foto: Ott

Die Geschichtswerkstatt Degerloch möchte vor allem die Veränderung in der Bezirksgeschichte zeigen.

Bad Cannstatt: Julia Barnerßoi (baj)
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Stuttgart-Degerloch - Die Hälfte aller Stuttgarter Stadtbezirke hat ein Ortsmuseum. Degerloch nicht. Das möchte Helmut Doka ändern. Mit 20 anderen eingesessenen Bürgern hat sich der 72-Jährige zusammengetan, um für das Heimatmuseum zu kämpfen. Seit Kurzem ist die Geschichtswerkstatt Degerloch, wie die Gruppierung heißt, offiziell als Verein eingetragen.

Entzündet hat sich alles vor gut zwei Jahren, als die Stadt beschlossen hatte, das Alte Gaswerk an der Roßhaustraße zu verkaufen. Dem wollten Doka und seine Mitstreiter nicht tatenlos zusehen. Sie schlossen sich zusammen, wandten sich an die Denkmalschutzbehörde, den Bezirks- und den Gemeinderat. Wäre es nach dem Arbeitskreis Degerloch 1900, wie sich der heutige Verein damals noch nannte, gegangen, hätten sie auf dem Gelände des Gaswerks ein Heimatmuseum in Form des ehemaligen Gaskessels errichtet. Sie scheiterten jedoch am Geld.

„Den Standort müssen wir aufgeben, wie es aussieht“, sagt Doka. Die Museumspläne ruhen aber nicht. „Mit der Eintragung als Verein haben wir richtig Energie gekriegt“, erzählt der ehemalige Stadtrat. Die Mitglieder arbeiten viel. Es müsse nun nämlich dringend etwas voran gehen. „Wir haben schon viele Gegenstände geschenkt bekommen, jetzt brauchen wir wirklich schleunigst einen Raum, in dem wir die Sachen lagern können“, appelliert Doka an alle, die eine Idee haben. Es sei nicht einfach, so etwas in Degerloch zu finden.

Vor 140 Jahren kam die Wasserversorgung nach Degerloch

Im künftigen Museum soll es nicht darum gehen, möglichst viel Altes zu zeigen. „Wir haben kein antiquarisches Interesse nach dem Motto: je älter, desto besser“, sagt Doka. Vielmehr möchte man das Augenmerk auf die Veränderung legen. „Das Leben der Menschen im Alltag hat sich so unvorstellbar gewandelt“, sagt Doka. 1872 beispielsweise kam die Wasserversorgung nach Degerloch. Das habe das Leben in den weiteren 40 Jahren bis zum Ersten Weltkrieg vollkommen verändert. „Degerloch wurde in wenigen Jahren vom Bauerndorf zum Vorort“, sagt Doka.

Diese Entwicklung dürfe nicht vergessen werden, damit die Degerlocher wissen, wie ihr Bezirk zu dem wurde, was er ist. „Wir müssen den Menschen klarmachen, dass sie etwas von unserer Arbeit haben, um mehr Unterstützer zu bekommen“, sagt Doka. Dafür bietet die Geschichtswerkstatt beispielsweise am Samstag, 23. Juni, eine Führung „Durch das alte Degerloch“ an, und im November feiern sie die „Wasser-Revolution“. Genau 140 Jahre ist der Bau der Wasserversorgung nämlich her. Was noch kommen wird, davon darf man sich überraschen lassen. Es soll aber so einiges sein, „Denn jetzt als Verein haben wir neue Fahrt aufgenommen und werden noch einen Zahn zulegen“, verspricht Doka.

Geschichtswerkstatt Degerloch:

Anschrift: Ahornstraße 10, 70579 Stuttgart
Telefon: 7 65 72 87
Mail: info@gwd.de
Homepage: www.geschichtswerkstatt-degerloch.de
Vorsitzender: Helmut Doka Gründungsjahr: 2012 Mitgliederzahl: 21

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