Geschwister-Scholl-Gymnasium Bunt und stimmungsvoll bewegt

Von Martin Bernklau 

Das GSG gibt in der katholischen Gemeinde Sankt Michael sein Weihnachtskonzert.

Die Jüngsten, nämlich die Fünftklässler, haben den Anfang gemacht. Foto: Martin Bernklau
Die Jüngsten, nämlich die Fünftklässler, haben den Anfang gemacht. Foto: Martin Bernklau

Sillenbuch - So überfüllt sind Kirchen heute nur noch selten. Das Weihnachtskonzert des Geschwister-Scholl-Gymnasiums (GSG) war so ein Anlass, dass die katholische Kirche von Sankt Michael viel zu klein war für den Andrang am Dienstagabend. Schon lange vor Beginn gab es trotz herbeigeschleppter Stühle nur noch Stehplätze im Schiff. Unter der Leitung von fünf Musiklehrern zeigte die Sillenbucher Schule, was für ein reiches und vielfältiges Musikleben sie aufzubieten hat.

Zunächst waren es die Jüngsten, die Fünfer, die neben „In dulci jubilo“ noch mit zwei weiteren klassischen Weisen Weihnachtsstimmung unter dem Adventskranz entzündeten. Das kleine, acht Streicher zählende Orchester spielte danach unter der Leitung von Birgit Ullrich straff und frisch vier alte Tänze. Ein Blockflötenquartett kam für den Auftritt des Unterstufenchors hinzu, bei dem auch Christian Auers mal die Gesamtleitung übernahm. Sehr überzeugend gelangen die Sätze aus Georg Friedrich Händels „Messias“ und Bachs Vertonung des Paul-Gerhardt-Liedes „Ich steh’ an deiner Krippen hier“. Und einen ganz anderen, neueren Weltmusik-Stil beherrschen die Ensembles, wie an „Zumba, Zumba“ zu hören war oder beim peppigen Chorstück „Heaven is a wonderful place“.

Der Oberstufenchor, 32 Stimmen stark, brachte den Gospel „Jesus is born in Bethlehem“ ähnlich kraftvoll und bewegend herüber wie die „Hymn“ von Barclay James Harvest. Als anderes Zwischenspiel gab es von der Empore aus Bachs „Jesu bleibet meine Freude“ mit einem Orgeltrio um Felix Gsell und die Streicherinnen Malin Haas und Astrid Schwieder. Tobias Obermann leitet die Young Voices, eine pfiffige und mitreißende Mädchen-Elf, die sich am liebsten Spirituals und Gospels widmet.

Ein Zeichen für das gute Klima am GSG

Die GSG-Band ist ein buntes Ensemble in der Besetzung und dem Repertoire. Tobias Schmid dirigierte den amerikanische Song „Have yourself a merry little Christmas“ mit Streichern und den Gesangssolisten Franziska Schlotz und Dave Arguelles. Zu „A child is born“ kamen Klarinette und Geige solistisch dazu. Und schließlich stimmten die Young Voices in das kleine Latino-Medley aus „Oye como va“ und „Feliz Navidad“ ein.

Allerhöchsten gesanglichen Ansprüchen genügte der Auftritt a cappella mit den fünf Musiklehrern Annegret Gugeler, Birgit Ullrich, Tobias Obermann, Tobias Schmid und Christian Auers. Dass ihre von Heinrich Schütz komponierte empfindsame barocke Motette „Also hat Gott die Welt geliebet“ frenetisch umjubelt wurde, war auch ein schönes Zeichen für das gute Klima am Geschwister-Scholl-Gymnasium.

Das gilt auch für den Konzertchor am GSG, dem laut Leiter Hartmut Stegmaier drei ganze Generationen von gegenwärtigen und ehemaligen Schülern, von Lehrern und Eltern angehören. Mit drei anspruchsvollen weihnachtlichen Stücken krönte der Chor das Konzert. Vor allem die fein ausgearbeiteten Echos und Steigerungen in „Adeste Fideles, herbei oh ihr Gläub’gen“ zeigten eine hohe Gesangskultur. Ein wenig vollkommen berechtigter Stolz nicht nur darauf klang auch im Schlusswort der Schulleiterin Irmgard Brendgen an, bevor alle zusammen den Abend mit „O du Fröhliche“ rundum weihnachtsgestimmt ausklingen ließen.

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