Gewerbegebiet Fasanenhof-Ost Am Schelmenwasen entstehen neue Büros

Modern  und repräsentativ soll der  neue „Campus Fasanenhof“ werden. Das Verkehrsproblem könnte sich damit allerdings noch verschärfen. Foto: Alexandra Kratz
Modern und repräsentativ soll der neue „Campus Fasanenhof“ werden. Das Verkehrsproblem könnte sich damit allerdings noch verschärfen. Foto: Alexandra Kratz

Die Düsseldorfer Indigo Invest Holding plant im Gewerbegebiet Fasanenhof-Ost zwei neue Komplexe mit 14 500 Quadratmetern Fläche und ein Parkhaus für 440 Autos. Der Verkehrskollaps könnte damit vorprogrammiert sein.

Filderzeitung: Alexandra Kratz (atz)
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Fasanenhof - Das Grundstück am Schelmenwasenring ist freigeräumt. Das Gestrüpp, das dort wuchs, ist weg. Alles deutet auf eine baldige Bebauung hin. Aber noch ist nichts offiziell. Auf eine Presseanfrage seitens unserer Zeitung antwortet die Stadt kurz und knapp: „Wir haben einen laufenden Bauantrag, bei dem wir über die Rahmenbedingungen der Genehmigung gerade mit dem Bauherrn im Austausch sind.“ Der Pressesprecher Martin Thronberens ergänzt: Da der Bauherr im Bauantrag angegeben habe, dass er nicht mit der Weitergabe seiner Daten einverstanden sei, könne die Stadt den Namen des Investors nicht mitteilen.

Ein paar mehr Informationen sind dem aktuellen Büromarktbericht des Geldhauses Ellwanger & Geiger zu entnehmen. Dort heißt es: „Auch die Projektentwicklung Campus Fasanenhof mit circa 14 000 Quadratmeter Bürofläche ist zwischenzeitlich in einem Reifestadium, das einen Baustart 2017 ermöglicht.“ Wer im Internet eine Suchanfrage mit dem Stichwort „Campus Fasanenhof“ startet, gelangt auf die Seite der Düsseldorfer Indigo Invest Holding. Dort steht: das Unternehmen habe 2015 ein Grundstück in zentraler Lage im Gewerbegebiet Fasanenhof erworben. Die Bebauung des Areals sei als moderner Campus mit vielen Grünflächen und hoher Aufenthaltsqualität geplant. Das Unternehmen will zwei Bürogebäude mit insgesamt 14 500 Quadratmetern und ein Parkhaus mit 440 Stellplätzen bauen. „Die repräsentativen Neubauten des Campus werden nach dem neuesten Stand der Technik und unter der Prämisse der Nachhaltigkeit gebaut.“ Eine Zertifizierung von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) sei das Ziel, heißt es unter www.campus-fasanenhof.de.

Der erste Bürokomplex sollte Ende 2017 fertig sein

Seinen künftigen Mietern biete der Campus neben einer funktional-ästhetischen Architektur, hochwertigen Materialien und intelligenten Gebäudefeatures ein zukunftsträchtiges Arbeitsumfeld. So gehören zur Ausstattung unter anderem bodentiefe dreifach verglaste Fenster, Deckenhöhen von etwa drei Metern, Energieböden mit integrierter Kühl- und Heizfunktion sowie vorinstallierte IT-Verkabelungen.

Ebenso wie die Stadt schreibt auch das Unternehmen auf seiner Internetseite, dass der Bauantrag für die erste Phase des Projektes eingereicht sei. Zudem ist dort zu lesen: „Die Fertigstellung für das fünfgeschossige Bürogebäude Süd mit rund 9500 Quadratmetern Mietfläche und das Parkhaus ist für das vierte Quartal 2017 vorgesehen. Mit Blick auf das Gelände und die Aussage der Stadt, dass noch keine Baugenehmigung erteilt sei, ist dieser Termin mittlerweile wohl Makulatur. Auf eine Anfrage unserer Zeitung, bis wann die beiden Bürokomplexe fertig sein könnten und wie viele Menschen dort künftig arbeiten werden, reagierte die Düsseldorfer Indigo Invest Holding bis Redaktionsschluss nicht.

Der Investor wirbt mit der guten Infrastruktur

Der Investor wirbt auf seiner Internetseite auch mit der sehr guten Infrastruktur des Fasanenhofs. Das Gewerbegebiet befinde sich in der unmittelbaren Nähe zum Flughafen und zur Autobahn. Zudem sei es hervorragend an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden. Und die Lage werde dank des Ausbaus der Stadtbahnlinie U 6 zum Flughafen und des geplanten neuen ICE-Bahnhofs am Flughafen im Zuge des Projekts Stuttgart 21 weiter nachhaltig aufgewertet, ist im Internet zu lesen.

Autofahrer, die ihren Arbeitsplatz bislang schon in dem Gewerbegebiet haben, dürften die Situation jedoch anders einschätzen. Denn im Feierabendverkehr bildet sich schon jetzt regelmäßig ein langer Stau. Der Kreisverkehr am Eingang beziehungsweise Ausgang des Gewerbegebiets wird zum Nadelöhr, die Autos kommen von dem Einbahnstraßenring nicht mehr weg in Richtung Möhringen beziehungsweise B 27 (wir berichteten). Die Stadt hat mittlerweile gehandelt und an dem Kreisel Ampeln installiert. Noch in diesem Monat sollen diese in Betrieb gehen. Das Ziel ist es, in den frühen Abendstunden den Verkehr von der B 27 zurückzuhalten, damit die Autofahrer aus dem Gewerbegebiet sich besser in den Kreisverkehr einfädeln können. Ob das aber immer noch funktioniert, wenn das neue Parkhaus mit 440 Stellplätzen ausgelastet ist, bleibt abzuwarten.

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