Göppinger Bewerbung Frisch Auf will sich Frauen-WM angeln

Nicole Dinkel wird am Saisonende Frisch Auf verlassen. Vielleicht kehrt sie 2017 mit dem Schweizer Team zurück. Foto: imago sportfotodienst
Nicole Dinkel wird am Saisonende Frisch Auf verlassen. Vielleicht kehrt sie 2017 mit dem Schweizer Team zurück. Foto: imago sportfotodienst

Bei der Handball-Frauen-WM im Jahr 2017 sollen auch in Göppingen Spiele stattfinden. Das ist die Hoffnung der Frisch-Auf-Verantwortlichen. Doch die Konkurrenz ist groß. Allein in Württemberg gibt es fünf Bewerber.

Politik/ Baden-Württemberg: Eberhard Wein (kew)
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Göppingen - Im Jahr 1972 haben in Göppingen schon einmal Spiele des olympischen Handballturniers stattgefunden. Jetzt soll die EWS-Arena wieder Schauplatz eines großen Turniers werden. In Kooperation mit Frisch Auf und der Stadt bewirbt sich die Betreibergesellschaft der Arena für die Ausrichtung von Spielen der Frauen-Handball-Weltmeisterschaft 2017. Abgabeschluss ist der 15. Mai. „Unser Ziel ist es, Spielort einer Vorrundengruppe zu werden“, sagt der Hallen-Geschäftsführer Mario Kreh. Dies würde der Stadt fünf Spieltage mit je drei Spielen sichern. Sechs Teams aus Europa, Asien oder Afrika würden rund um den Hohenstaufen Quartier nehmen.

Die Konkurrenz ist stark

Als der Deutsche Handball Bund (DHB) den Zuschlag für die WM erhielt, war er ohne Konkurrenz. Ganz so einfach wird es Göppingen nicht haben. Vor allem „die Schiene BerlinLeipzig ist stark“, schätzt Kreh. Doch auch im eigenen Württembergischen Handball Verband (WHV) hat ein wahres Tauziehen eingesetzt.

Mit Stuttgart und Ludwigsburg trafen sich die Göppinger in dieser Woche zum Koordinationsgespräch. Dabei wurde vereinbart, dass sich die Landeshauptstadt um Achtel- und Viertelfinalspiele, die beiden anderen um Vorrundengruppen bemühen. „Das passt besser zu den Vorgaben“, sagt Kreh. Allerdings käme Göppingen von der Zuschauerkapazität auch für die Hauptrunde in Frage. Dort wünscht sich der DHB 5000 Plätze, in der Vorrunde sind es 3000. „Das muss man das erst einmal füllen“, sagt der Manager der Frisch-Auf-Herren, Gerd Hofele. Im handballverrückten Göppingen sei dies allerdings möglich.

Plötzlich tauchen zwei weitere Interessenten auf

Doch inzwischen haben auch Bietigheim-Bissingen und Ulm beim WHV um das obligatorische Unterstützungsschreiben gebeten. „Wir sehen uns als wichtigen Handballstandort“, sagt die Sprecherin der Stadt Bietigheim-Bissingen, Anette Hochmuth. Momentan sind die Bietigheimer sowohl bei den Herren als auch bei den Damen erstklassig. Das schaffen sonst nur Berlin – und eben Göppingen.

„Wir unterstützen grundsätzlich alle Bewerbungen“, sagt der Verbandsmanager Thomas Dieterich. Ein Viertel der Bundesligisten im Damenbereich stamme aus dem Verbandsgebiet, deshalb komme der DHB kaum am WHV vorbei. Die Präferenz des Verbands liege dabei auf dem Raum Stuttgart, was offenbar nicht gegen Göppingen, wohl aber gegen Ulm spricht. Genau genommen liege die dortige Halle auf bayerischem Grund, sagt Dieterich.

Der OB spricht von einer „geilen Kiste“

Der Göppinger Oberbürgermeister Guido Till ist bereits begeistert. „Das ist eine geile Kiste“, sagt er. Der finanzielle Aufwand sei überschaubar, versprach er dem Gemeinderat. „Wir stellen eigentlich nur die Halle.“ Ganz so einfach wird es aber nicht. „Wir werden ein Mediendorf und zusätzliche Umkleidekabinen schaffen müssen“, sagt Hofele. Und auch Tills Optimismus, man könne sich mit einer guten Frauen-WM als Spielort für die folgende Männer-WM qualifizieren, teilt er nicht. 2019 sei man Co-Veranstalter mit Dänemark. Da dürfte der Süden kaum eine Chance haben.




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