Graffiti in Stuttgart Dutzende Sprayer verwandeln Bonatzbau in Galerie

Von red/ dpa/ lsw 

Nicht illegal, sondern als Kunstprojekt: Mehr als 70 Sprayer der Stuttgarter Szene verwandeln den legendären Bonatzbau in den kommenden Wochen in eine Graffiti-Galerie.

In den kommenden Wochen wird die große Halle zu einer Art Galerie für Graffiti-Kunst. Foto: dpa/Sebastian Gollnow 7 Bilder
In den kommenden Wochen wird die große Halle zu einer Art Galerie für Graffiti-Kunst. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Stuttgart - Jahr für Jahr gibt die Bahn viele Millionen Euro aus, um Graffiti-Beschädigungen zu beseitigen. Nun dreht sie den Spieß um und heißt Dutzende Sprayer für ein Kunstprojekt im Stuttgarter Hauptbahnhof willkommen.

Unter dem Namen „Wände/Walls“ verwandeln mehr als 70 Künstlerinnen und Künstler der Stuttgarter Sprayerszene den legendären Bonatzbau während mehrerer Wochen in eine Graffiti-Galerie. Knallbunt, amüsant, teils beunruhigend und düster, aber immer innovativ nutzen sie die Leinwände und Wandflächen im langgezogenen und denkmalgeschützten Hauptgebäude aus.

Die Graffiti wirken besonders im Kontrast zu den Resten einstiger Inschriften wie „Tabak“ und „Markthalle“ im Putz des weiß getünchten Baus. „Hier wird der öffentliche Raum als Gemeingut verstanden, das Platz für vielfältige Gestaltungsformen bietet und darüber alternative Perspektiven auf den Lebensraum ermöglicht“, teilte das Kunstmuseum Stuttgart am Freitag mit.

Große Halle des Bonatzbaus wird bis 2025 umgebaut

Neben dem Projekt im Bonatzbau widmet sich das StadtPalais in einer Ausstellung ab Ende September der Sprayer-Geschichte der vergangenen Jahrzehnte. Auch das Kunstmuseum bereitet eine Schau vor, die vom 26. September an zu sehen sein wird.

Die große Halle des Bonatzbaus vor den Bahngleisen wird bis zum Jahr 2025 umgebaut. Sie soll dann zeitgleich zum neuen Durchgangsbahnhof im Rahmen des Milliardenprojekts Stuttgart 21 mit zwei Ebenen, rund 50 Läden und einem neuen Hotel wiedereröffnet werden.

In den kommenden Jahren steht das fast 100 Jahre alte Empfangsgebäude nur noch als Aufenthaltsfläche zur Verfügung. Warteräume, Schalter und Kioske wurden bereits in neue Gebäude umgesiedelt.




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