Grimme-Preis 2021 Die Pandemie in all ihren Facetten

Szene aus dem ZDF-Mehrteiler „Unterleuten“ nach dem Roman von Juli Zeh Foto: ZDF/Stefan Erhard
Szene aus dem ZDF-Mehrteiler „Unterleuten“ nach dem Roman von Juli Zeh Foto: ZDF/Stefan Erhard

Leben im Corona-Jahr: Auffallend viele Fernsehproduktionen, die jetzt für den renommierten Grimme-Preis nominiert worden sind, kreisen um dieses Thema. Auch mehrere Streamingserien stehen auf der Liste.

Marl - Für den diesjährigen 57. Grimme-Preis ist eine Vielzahl von Fernsehproduktionen zum Leben im Coronajahr nominiert. Dass die Pandemie in unterschiedlichen Formaten inhaltlich wie auch gestalterisch aufgegriffen wurde, lasse sich über alle Kategorien hinweg beobachten, teilte das Grimme-Institut mit. Es werde an Videokonferenzen am heimischen Wohnzimmertisch angeknüpft wie etwa in der Serie „Drinnen“, an Social Distancing, an häusliche Gewalt wie in „@Kalinka08 – Melde dich bitte“ oder an die Situation von alten Menschen in Senioren- und Pflegeheimen in Dokumentarformaten.

Insgesamt sind in diesem Jahr 69 Produktionen und Spezialleistungen nominiert, die aus mehr als 850 Einreichungen ausgewählt wurden. Die Preisträger werden am 11. Mai bekannt gegeben, die Preisverleihung ist für den 27. August geplant.

„Unterleuten“ und „Unorthodox“

Im Wettbewerb „Fiktion“ wurden zum ersten Mal ebenso viele Fernsehfilme wie Serien mit einer Nominierung bedacht. Mehrere Streaming-Serien kamen in die Vorauswahl, darunter das Netflix-Format „Unorthodox“ über den Neuanfang einer jüdischen Amerikanerin in Berlin. Auch die Joyn-Serien „Dignity“ über die Verbrechen der deutschen Sektenkolonie Colonia Dignidad in Chile und „Mapa“ (in Kooperation mit dem RBB) über einen alleinerziehenden Vater haben es als fiktionale Stoffe in die engere Wahl zu dem renommierten Preis für Qualitätsfernsehen geschafft. Die in der ARD-Mediathek verfügbare zehnteilige WDR-Politsatire „Parlament“ für den Spartensender One, die Alltag und Intrigen im europäischen Parlament aufs Korn nimmt, steht ebenfalls auf der Liste, ebenso der ZDF-Mehrteiler „Unterleuten“ nach dem gleichnamigen Roman von Juli Zeh.

Rechtsextremismus, Flüchtlingskrise

In der Kategorie „Information und Kultur“ spiegelten sich aktuelle Fragen zur Klimakrise, Rechtsextremismus und -terrorismus und zur Flüchtlingskrise wider, hieß es. Nominiert sind unter anderen Reportagen über Afghanistan, Flüchtlinge in Griechenland, die Ermordung Walter Lübckes, Rechtsradikale in Deutschland sowie über historische Themen.

In der Kategorie „Kinder und Jugend“ finden sich unter den Nominierten die Märchenreihe „Sechs auf einen Streich“, eine Folge aus der „Sendung mit dem Elefanten“ sowie zwei Beiträge aus der Reihe „Ab 18!“. In der Kategorie „Unterhaltung“ konkurrieren neben zwei Staffeln der Reihe „Kroymann“ die Comedyserie „Warten auf'n Bus“, das „ZDF-Magazin Royale“ und die Satire-Online-Show „Browser Ballett“ um den Preis. Für besondere journalistische Leistungen sind die Journalistinnen Mai Thi Nguyen-Kim, Isabel Shayani und Xenia Böttcher nominiert.




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