Großaufgebot in Bayern Polizei sucht nach verschwundenem Mädchen

  Foto: dpa/Patrick Seeger
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Ein elf Jahre altes Mädchen kommt vom Joggen nicht wieder. Polizei und Feuerwehr suchen mit großem Aufgebot. Gibt es eine Spur zu einer Sekte?

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Holzheim - Die Polizei hat mit einem Aufgebot von rund 100 Einsatzkräften nach einem verschwundenen Mädchen in Schwaben gesucht. Die Elfjährige sei am Samstagnachmittag in Holzheim-Eppisburg bei Dillingen an der Donau zum Joggen aufgebrochen und nicht wiedergekommen, teilte die Polizei am Sonntag mit. Ermittelt werde sowohl im Umfeld der leiblichen Familie des Mädchens, aber auch ein Unfall oder eine Straftat würden nicht ausgeschlossen. „Nach einer Ausreißer-Geschichte sieht das nicht aus“, sagte Polizeioberkommissar Markus Trieb. Nach dem Mädchen wird öffentlich gefahndet.

Weil nicht auszuschließen war, dass die leiblichen Eltern des Mädchens in Zusammenhang mit dem Verschwinden stehen, nahm auch die Kripo Dillingen erste Ermittlungen auf. Die Polizei äußerte sich nicht zu einem Bericht des Bayerischen Rundfunks, wonach die Eltern der Sekte „Zwölf Stämme“ angehörten. Das Mädchen ist laut BR seit acht Jahren bei einer Pflegefamilie untergebracht.

Suchhund und ein Hubschrauber im Einsatz

Ein Suchhund und ein Hubschrauber kamen bei der Fahndung unter anderem an bekannten Joggingstrecken ebenfalls zum Einsatz. Für Sonntag sei die Suche beendet worden, „leider ohne Erfolg“, sagte Trieb. Die Polizei werde über eine neue Suche entscheiden, wenn sich bei den Ermittlungen neuen Anhaltspunkte ergäben. Das Mädchen soll rund 140 cm groß sein, eine schlanke Statur und braune, schulterlange Haare haben.

Die Sekte „Zwölf Stämme“ hatte in der Vergangenheit im nordschwäbischen Landkreis Donau-Ries Schlagzeilen gemacht, da der Gemeinschaft auch Gewalt gegen Kinder vorgeworfen wurde. Im September 2013 hatte die Polizei wegen der Vorwürfe gegen Sektenmitglieder rund 40 Kinder aus den Gemeinschaften im schwäbischen Deiningen und im mittelfränkischen Wörnitz geholt. Damals hatte die Sekte angekündigt, nach Tschechien und in andere europäische Länder ziehen zu wollen, weil sie sich in Deutschland von Staat verfolgt fühlte.




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