Großbaustelle in Esslingen geplant Eine teure Sanierung ist unausweichlich

Während der Bauphase  der Augustinerbrücke wird es vermehrt zu Verkehrsbehinderungen kommen. Foto: Horst Rudel
Während der Bauphase der Augustinerbrücke wird es vermehrt zu Verkehrsbehinderungen kommen. Foto: Horst Rudel

In den kommenden drei Jahren wird die Augustinerbrücke für zwölf Millionen Euro umfangreich erneuert. Die Arbeit auf der Baustelle auf dem viel befahrenen Altstadtring gleicht einer Operation am offenen Herzen.

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Esslingen - Der Puls einer Stadt, er schlägt auf ihren Straßen. Eine der Hauptschlagadern Esslingens ist der Altstadtring und mit ihm die Augustinerbrücke. Doch die 1970 gebaute Brücke ist in die Jahre gekommen und muss dingend saniert werden. Über undichte Gerberfugen gelangt Wasser und Streusalz in die Brücke. Der Beton wird zerfressen, was zunehmend zu einem Sicherheitsrisiko für das Bauwerk wird. Noch in diesem Jahr soll deshalb mit den Planungsarbeiten für eine umfassende Sanierung begonnen werden. Mit einem Abschluss der Bauarbeiten, die im März nächsten Jahres beginnen sollen, rechnet die Stadt erst Mitte des Jahres 2019. Der Gemeinderat hat am Montag grünes Licht für die 12,1 Millionen Euro teuren Arbeiten gegeben.

Die Baustelle werde den Verkehrsfluss in der Stadt behindern. In diesem Punkt streute der Esslinger Oberbürgermeister Jürgen Zieger dem Gemeinderat am Montag keinen Sand in die Augen. Vor allem die geplante Einspurigkeit zur Geiselbachstraße während zwei der insgesamt vier Bauphasen könnte im Berufsverkehr für manchen Autofahrer zu einer echten Geduldsprobe werden. Eine Ausweichroute soll über die Straße nach Wäldenbronn angeboten werden. Auf der Ringstraße soll während der Bauarbeiten stets mindestes eine Spur in jede Fahrtrichtung befahrbar bleiben.

Die hohen Kosten der Grundsanierung sind zum einen der Größe des Bauwerks geschuldet, das eine Fläche von rund 4100 Quadratmetern umfasst. Damit sei die Brücke etwa doppelt so groß wie die Hanns-Martin-Schleyer-Brücke, verdeutlichte der Tiefbauamtsleiter Uwe Heinemann vor dem Gemeinderat. Darüber hinaus müssen auf und unter der Augustinerbrücke allerlei Arbeiten wie eine Betoninstandsetzung an den Stützen, Wänden und Deckenunterschichten erledigt werden. Die Verkehrsflächen werden ebenfalls erneuert. Die Fußgängerunterführungen Untere und Mittlere Beutau mit einer Fläche von 1500 Quadratmetern werden im Zuge der Bauarbeiten auf der Brücke ebenfalls saniert. Die Vergabe der Arbeiten soll im kommenden Februar beschlossen werden. Im März sollen dann die Bauarbeiten beginnen.

Im Gemeinderat wurde die Sitzungsvorlage mit einer „ganz schönen Tragweite“, wie sie der Esslinger Baubürgermeister Wilfried Wallbrecht beschrieb, mit einer Enthaltung verabschiedet. Die Stadträte betonten in ihren Beiträgen, dass der Beschluss im Grunde alternativlos sei. „Es führt ja kein Weg daran vorbei“, sagte die SPD-Stadträtin Heidi Bär. Der Stadtrat der Freien Wähler Jürgen Merz meinte: „Das ist mal wieder eine bittere Pille für den Patienten Gemeinderat.“

Der Grünen-Stadtrat Helmut Müller-Werner sagte, er sei schon gespannt, ob es im Zuge der Bauaktion Überraschungen gebe. Dass sich die Autofahrer wegen der Baustelle alternative Routen durch die Stadt suchen werden, darauf wies der CDU-Stadtrat Gerhard Deffner hin. Die möglichen Ausweichrouten sind allerdings sehr begrenzt. Es gibt kaum einen Bypass, der die Augustinerbrücke entlasten könnte. Die Gefahr eines Verkehrsinfarkts auf der Brücke bleibt während der Bauphase daher akut.




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