Gruibingen Die Hoffnung auf eine Anbindung lebt wieder

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Eine durch den Autobahnausbau bei Gruibingen gekappte Wegeverbindung in Richtung Rufstein fehlt immer noch. Das Projekt ist teuer, wird nun aber zumindest einmal geplant. Ob es auch gebaut werden kann, ist offen.

Hinter dem Horizont soll es, wie Udo Lindenberg singt, weitergehen. An dieser Brücke über die A 8 bei Gruibingen endet der Weg für Landwirte mit ihren Traktoren. Foto: Horst Rudel
Hinter dem Horizont soll es, wie Udo Lindenberg singt, weitergehen. An dieser Brücke über die A 8 bei Gruibingen endet der Weg für Landwirte mit ihren Traktoren. Foto: Horst Rudel

Gruibingen - Seit mittlerweile fast drei Jahren rollt der Verkehr auf der A 8 sechsspurig an Gruibingen vorbei. Abgeschlossen ist der Autobahnausbau für die kommunalpolitisch Verantwortlichen aber noch nicht. Ein Wirtschaftsweg, der in erster Linie gekappte Verbindungen ersetzen und den Landwirten eine Anbindung in Richtung Rufstein sichern sollte, fehlt nach wie vor. Ein reger Schriftverkehr mit dem Stuttgarter Regierungspräsidium (RP), die Ablehnung vorgeschlagener Alternativen und damit das Beharren auf die im Planfeststellungsbeschluss verankerte Lösung sorgt nun doch noch für Bewegung.

Zwar wird das fehlende, rund 300 Meter lange Verbindungsstück noch nicht gebaut, aber zumindest einmal geplant. Diese Zusage hat das RP inzwischen gemacht und damit Optimismus im Gemeinderat ausgelöst. Ob der Feldweg letzten Endes in der gewünschten Form angelegt werden kann, ist aber längst nicht sicher. Dessen ist sich der Gruibinger Schultes Roland Schweikert bewusst: „Ich bin erst Mal froh, dass die Behörde ernsthaft und gründlich planen will“, erklärt Schweikert. Ob das Vorhaben letztlich technisch umgesetzt werden könne, müsse sich allerdings noch zeigen. „Darüber hinaus ist die Zustimmung des Naturschutzes erforderlich, damit wirklich etwas daraus wird“, fügt er hinzu.

Geotechnische Untersuchung soll Klarheit bringen

Dass um den Bau der Wegeverbindung überhaupt derart heftig gerungen wird, liegt in den zu erwartenden Kosten begründet. Diese würden sich ersten Schätzungen nach sich diese auf rund zwei Millionen Euro belaufen, , so hieß es zumindest immer,. Geschuldet ist die in jedem Fall erkleckliche Summe der extrem steilen Hanglage, die, nicht zuletzt wegen der parallel laufenden Autobahn, umfangreiche Absicherungsmaßnahmen erfordert. Irgendwo oberhalb der bereits vorhandenen Stützmauer, davon geht man bisher aus, müssten Bohrpfähle gesetzt werden, um Rutschungen ausschließen zu können.

Abschließende Klarheit soll nun, neben den konkreten Planungen, eine geotechnische Untersuchung bringen, die wie der RP-Sprecher Robert Hamm, erklärt, in den nächsten vier bis sechs Wochen ausgeschrieben wird. „Liegen deren Ergebnisse vor, wird von unseren Fachleuten abgewogen, ob der Weg in der vorgesehenen Form technisch und naturschutzrechtlich baubar ist“, ergänzt er. Ganz leicht, davon sei auszugehen, werde es aber sicher nicht. Was den Zeitplan angeht, will sich Hamm nicht festlegen: „Jetzt schon zu sagen, dass wir bis zum Jahresende belastbare Ergebnisse haben, wäre Kaffeesatzleserei.“

Schweikert zweifelt nicht am guten Willen des RP

Auch Roland Schweikert will sich nicht festlegen, wann das Gutachten und die Einschätzung des Regierungspräsidiums vorliegen könnte, „auch wenn ich ursprünglich mal von November dieses Jahres ausgegangen bin.“ Dass die Aufsichtsbehörde den Gruibingern mit der Untersuchung lediglich eine Beruhigungspille verabreicht, schließt der Rathauschef allerdings kategorisch aus. „Ich zweifle ebenso wenig an der Ernsthaftigkeit wie am Willen, die Sache zu einem guten Ende zu bringen“, betont Schweikert. Zugleich sichert er zu, dass die Gemeinde weiterhin konstruktiv mitarbeiten und sinnvolle Kompromissvorschläge prüfen werde. „Ein Radweg nach Mühlhausen oder ein Wanderweg auf den Rufstein, wie uns bereits vorgeschlagen wurde, gehören jedoch nicht dazu“, stellt er klar. Schließlich gehe es in erster Linie darum, den Land- und Forstwirten die Erreichbarkeit ihrer Grundstücke zu garantieren.




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