Es war ein Start-Ziel-Sieg, aber dennoch ein ganz hartes Stück Arbeit: Frisch Auf Göppingen gewinnt nach fünf sieglosen Spielen in der Handball-Bundesliga bei GWD Minden mit 33:30 – und fiebert nun einem Heimspiel-Knüller entgegen.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Minden - Es waren mit einem stark ersatzgeschwächtem Kader respektable Unentschieden dabei, aber unterm Strich hatte Frisch Auf Göppingen zuletzt fünfmal hintereinander nicht gewonnen. Diese Negativserie durchbrach der Handball-Bundesligist mit dem hart erkämpften 33:30(18:13)-Start-Ziel-Sieg bei Schlusslicht GWD Minden.

„Das war definitiv mit das wichtigste Spiel der Saison, wir waren der Favorit und mussten unbedingt gewinnen, das ist uns gelungen“, sagte Marcel Schiller. Der Frisch-Auf-Linksaußen war mit zehn Toren (davon ein Siebenmeter) vor seinem Nationalmannschaftskollegen Sebastian Heymann (7) bester Göppinger Werfer. Bei einer Niederlage wäre Frisch Auf im Mittelmaß versunken. So aber kann mit 13:9 Zählern dem Heim-Knüller gegen den deutschen Meister THW Kiel (21. November, 16 Uhr) entgegengefiebert werden. „Wir haben schon oft gezeigt, dass wir die Großen ärgern können. Jetzt wollen wir Punkte holen, wir sind bereit“, schickte Schiller schon mal eine Kampfansage in den hohen Norden.

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Frisch Auf war mit großem Respekt nach Minden gereist, zumal das Team von Trainer Frank Carstens am vergangenen Mittwoch mit dem 29:25 der MT Melsungen das erste Erfolgserlebnis in dieser Saison feiern konnte. Doch die Frisch-Auf-Mannschaft von Trainer Hartmut Mayerhoffer begann sehr konzentriert und hätte bei Halbzeit höher als 18:13 führen können. Nach der Pause häuften sich die technischen Fehler bei Frisch Auf, GWD kämpfte sich heran, beim 26:27 erstmals auf ein Tor. Der in der 20. Minute eingewechselte Frisch-Auf-Torwart Urh Kastelic hielt beim Spielstand von 28:30 einen wichtigen Siebenmeter des Ex-Göppinges Tomasz Urban. Dennoch war auch beim Stand von 30:31 (58.) noch alles offen – aber Frisch Auf behielt vor 1051 Zuschauern kühlen Kopf und brachte den wertvollen Sieg nach Hause.

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„Wir hätten den Sack früher zumachen müssen, aber wir haben derzeit auch wenig Wechselmöglichkeiten und müssen in jedem Spiel an die Grenzen gehen, da ist klar, dass hinten raus etwas die Körner und damit die körperliche Präsenz fehlen“, bat Mayerhoffer um Verständnis. Immerhin: Gegen Kiel könnte Tobias Ellebaek (Daumenbruch) sein Comeback feiern.

Aufstellungen

GWD Semisch (1.-60. Minute). Lichtlein (ne.); Hermeling, Meister, Janke 1 Tor, Kranzmann, Richtzenhain, Zeitz, Korte 5, Thiele, Pieczkowski 6, Jukic 3, Staar 6, Urban 5/2, Grebenc, Darmoul 4.

Frisch Auf Rebmann (1.-20. Minute), Kastelic 20.-60.); Neudeck 1 Tor, Kneule 2, Lindenchrone Andersen 2, Heymann 7, Bagersted 2, Ellebaek (ne.), Schiller 10/1, Goller (ne.), Gulliksen 3, Hermann 1, Zelenovic 1, Kozina 4.