Laut Polizei soll ein Mann mit einem Luftgewehr mehrere Schüsse auf ein muslimisches Kulturzentrum in Halle abgegeben haben. Er wurde festgenommen. Verletzt wurde niemand.

Halle - In Halle soll ein Mann mit einem Luftgewehr auf das dortige „Islamische Kulturcenter“ geschossen haben. Wie die Polizei bekanntgab, ereignete sich der Vorfall am Sonntagmittag. Zeugen hätten Schussgeräusche gehört und zeitgleich bemerkten, wie drei Projektile gegen eine am Gebäude befindliche Fensterbank trafen und zu Boden fielen. Menschen wurden nicht getroffen. Am Gebäude entstanden keine Schäden.

Die Schüsse wurden von einem dem Kulturzentrum gegenüberliegenden Mehrfamilienhaus abgegeben, wie es weiter hieß. Dort konnte die Polizei einen 55-jähriger Hallenser ausmachen, in dessen Wohnung, sie eine „Langwaffe zum Verschießen von Diabolos und eine Gasdruckpistole“ auffanden und sicherstellten. Nach erstem Erkenntnisstand sei der Mann bisher nicht mit politisch motivierten Straftaten in Erscheinung getreten. Der Staatsschutz sei eingeschaltet worden. Die Ermittlungen dauerten an.

Terroranschlag auf Synagoge in Halle

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime Aiman A. Mazyek betonte: „Wir dürfen Hass und Gewalt keine Chance geben, wir müssen weiterhin und gemeinsam Muslimfeindlichkeit, Antisemitismus und jede Form der Menschenfeindlichkeit entschieden entgegentreten.“ Nach dem Terroranschlag auf die Synagoge in Halle sei bekannt, dass es beim Rassismus nicht bei Worten bleibe. „Unsere Gemeinde fürchtet sich und fühlt sich nicht sicher, deshalb sind die Gebete und Dienstleistungen der Moschee dadurch eingeschränkt und nur unter Polizeischutz machbar“. Mazyek dankte der Polizei für diesen Schutz und für ihren Einsatz.

In Halle hatte der Rechtsextremist Stephan Balliet im Jahr 2019 nach dem misslungenen Versuch, die jüdische Synagoge zu stürmen, eine Passantin erschossen und später in einem Imbissladen einen weiteren Mann getötet.

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