Hallenbad in Stuttgart-Vaihingen Dem Hallenbad fällt das Dach auf den Kopf

Der Sprung ins kalte Wasser ist im Rosental vom 14. November an wieder möglich – allerdings nur vorübergehend. Foto: dpa
Der Sprung ins kalte Wasser ist im Rosental vom 14. November an wieder möglich – allerdings nur vorübergehend. Foto: dpa

Der städtische Eigenbetrieb muss das Dach der Schwimmhalle im Rosental komplett sanieren. Wie lang das dauert und was es kostet, soll bis zum Jahresende feststehen. Vorerst öffnet das Bad am 14. November wieder.

Filderzeitung: Alexandra Kratz (atz)
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Vaihingen - Fast könnte man sagen, dass die Wiederöffnung ins Wasser fällt. Zwar können die Badegäste vom 14. November an wieder im Hallenbad ihre Bahnen ziehen, so der Plan. Aber eben nur vorübergehend. Denn die Bäderbetriebe werden das Dach im Jahr 2017 komplett sanieren. Das muss der städtische Eigenbetrieb, denn bei einer routinemäßigen Kontrolle im Sommer stellten Fachleute Mängel an der Trägerkonstruktion fest.

Alle vier Jahre nimmt ein Experte die Stuttgarter Bäder unter die Lupe. Dazu werden die Becken leer gemacht und Leitern aufgestellt, sodass die Gutachter auch das Dach untersuchen können. Diesmal war auch Vaihingen an der Reihe. Und dabei wurden die Mängel entdeckt. Es sind statische Probleme, die in Verbindung mit der fortgeschrittenen Korrosion an der Unterkonstruktion der abgehängten Decke ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Die Bäderbetriebe handelten sofort

Um die Schwimmhalle zumindest vorübergehend wieder öffnen zu können, handelten die Bäderbetriebe sofort. „Im Prinzip werden die Gefahrenstellen entfernt und das Dach entlastet“, sagt Detlef Szlamma auf Nachfrage unserer Zeitung. Er leitet bei den Bäderbetrieben die Technik- und Bauabteilung. Im Klartext bedeutet das, dass die Stadt die Dachbegrünung und die Fotovoltaikanlage entfernen lässt. Außerdem haben Handwerker die Paneele im Inneren der Schwimmhalle abmontiert. Dabei haben sie festgestellt, dass „die Verstrebungen der Dachkonstruktion in den Planungsunterlagen anders dargestellt sind als vor Ort vorgefunden“, sagt Szlamma.

Dabei handle es sich allerdings nicht um Fehler, die bei der Planung der Schwimmhalle gemacht wurden, betont er. Man habe einen Statiker hinzugezogen, der die Konstruktion geprüft habe. Sie erfülle die Vorschriften, die zur Zeit des Baus gegolten haben, und sei mängelfrei. „Dass im Laufe der Ausführung die Planunterlagen differieren, ist im Baugewerbe normal“, sagt Szlamma.

Metallbänder an der Unterkonstruktion sollen die DAchkonstruktion nun zusätzlich absichern. „Somit ist die Betriebssicherheit der Badehalle gewährleistet“, sagt Szlamma. Die Stuttgarter können das Bad im Rosental im gewohnten Umfang nutzen – zumindest vorerst. Für die Badegäste gebe es im Wesentlichen nur optische Einschränkungen. Sie blicken auf „eine rein technische Dachkonstruktion“, wie Szlamma es formuliert. Fakt sei aber auch, dass es wegen der entfernten Paneele an Schallschutz fehlt. Jedoch: „Die zu erwartenden akustischen Einbußen sind tolerabel“, betont der Abteilungsleiter.

Ein Nachtragswirtschaftsplan könnte erforderlich werden

Bis Jahresende wollen die Kur- und Bäderbetriebe nun eine genaue Planung der bevorstehenden Sanierung vorlegen. Erst danach könne er verlässliche Aussagen über die Zeitdauer und die Kosten der Instandsetzung machen, sagt Szlamma. Sicher sei bereits, dass der städtische Eigenbetrieb die Dachhaut gemäß den Vorgaben der Energieeinsparverordnung ertüchtigen und die abgehängte Decke erneuern müsse. Unter anderem darum haben die Kur- und Bäderbetriebe die Mitglieder des Bäderausschusses Ende September darauf vorbereitet, dass ein Nachtragswirtschaftsplan für 2016 erforderlich werden könnte. Das entscheide sich aber erst im Spätherbst, wenn es nähere Angaben zur Situation im Hallenbad Vaihingen gebe und eine genauere Hochrechnung der für dieses Jahr noch zu erwartenden Umsätze möglich sei, heißt es im Halbjahresbericht der Bäderbetriebe.

Der Schul- und Vereinsbetrieb kann am 14. November zunächst wie gewohnt aufgenommen werden. Vor der sanierungsbedingten Schließung werde man Kontakt mit dem Schulverwaltungsamt und den Vereinen aufnehmen. „Es wird dann nach Möglichkeiten gesucht, die Betroffenen in anderen Bädern unterzubringen“, sagt Szlamma. Weil jedoch die anderen Bäder ebenfalls durch Schulen und Vereine genutzt werden, ist damit zu rechnen, dass die Kurse nicht vollumfänglich an anderer Stelle stattfinden können.




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