Handball-WM in Ägypten 43:14 – DHB-Team deklassiert Uruguay

Timo Kastening war erfolgreichster Werfer der deutschen Mannschaft. Foto: AFP/ANNE-CHRISTINE POUJOULAT
Timo Kastening war erfolgreichster Werfer der deutschen Mannschaft. Foto: AFP/ANNE-CHRISTINE POUJOULAT

Deutschland hat bei der Handball-WM in Ägypten den deutlichsten Turnier-Start seit 63 Jahren hingelegt. Gegen chancenlose Uruguayer siegte das Team von Bundestrainer Alfred Gislason mit 43:14.

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Gizeh - Die deutschen Handballer sind ungeachtet aller Corona-Diskussionen mit einem Kantersieg in ihr WM-Abenteuer gestartet. Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason deklassierte im ersten Vorrundenspiel den Turnierneuling Uruguay 43:14 (16:4) und feierte damit den höchsten deutschen Auftaktsieg seit 63 Jahren bei einer Weltmeisterschaft. 

Rechtsaußen Timo Kastening war beim Geisterspiel in der Hassan-Moustafa-Halle in Gizeh mit neun Toren der beste Werfer für die neu formierte Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB), die beim umstrittenen Mega-Turnier in Ägypten bereits einen großen Schritt in Richtung Hauptrunde ging.

„Wir sind superglücklich. Wir haben uns genauso vorbereitet wie auf jeden starken Gegner“, sagte Torhüter Johannes Bitter im ARD-Interview: „Das Ergebnis ist dann natürlich völlig okay.“ In Sachen Corona sei „nicht alles perfekt, aber es wurde nachjustiert. Es wird alles funktionieren.“

Sieg gerät nicht in Gefahr

Im zweiten Spiel am Sonntag (18.00 Uhr/ARD) gegen Kap Verde kann Deutschland den Einzug in die nächste Turnierphase perfekt machen. Beim WM-Neuling waren nach der Ankunft am Donnerstag vier Spieler positiv auf Corona getestet worden. Eine weitere Testreihe am Freitag ergab jedoch ausschließlich negative Befunde, sodass Kap Verde wie geplant am Turnier teilnehmen darf. Der dritte DHB-Vorrundengegner am Dienstag ist Ungarn.

Der Sieg der umgebauten deutschen Auswahl geriet gegen Uruguay wie erwartet nie in Gefahr. Allerdings ließ die Chancenverwertung vor allem im ersten Abschnitt zu wünschen übrig, Rückraumspieler Julius Kühn überzeugte dennoch. Defensiv machte die Deckung um Johannes Golla und Sebastian Firnhaber einen sicheren Eindruck, Bitter glänzte im Tor. 

Bei seinem ersten WM-Spiel als DHB-Trainer verzichtete Gislason im Tor etwas überraschend auf seine „1A-Lösung“ Andreas Wolff, stattdessen stand Bitter zu Beginn zwischen den Pfosten. Nach der Pause sammelte Silvio Heinevetter im Tor Spielpraxis. 

Der Europameister von 2016 startete ordentlich, nach 33 Sekunden drosch Rückraum-Waffe Kühn den Ball zum 1:0 ins Netz. Das DHB-Team spielte sich schnell einen komfortablen Vorsprung heraus. Fehlpässe des Außenseiters resultierten praktisch immer aus deutschen Kontersituationen.

Nationaltrainer aktiv an der Seite

So war es ein Höhepunkt aus Sicht Uruguays, als DHB-Kapitän Uwe Gensheimer in der 6. Minute bei einem Siebenmeter an Schlussmann Felipe Gonzalez scheiterte. Zwar wurde das deutsche Tore-Polster in der Folge größer und größer, das Ergebnis hätte aber früher deutlicher ausfallen müssen. 

Denn offensiv unterliefen dem Gislason-Team gegen eine aggressiv agierende Deckung einige Fehler im Abschluss, allein Gensheimer vergab im ersten Abschnitt mehrere freie Würfe fahrlässig. „Wir haben elf Tore, aber acht Fehlwürfe gegen den Torhüter“, monierte Gislason beim Stand von 11:3 (22.) in der ersten Auszeit des Außenseiters. 

Der Isländer tigerte an der Seite mit verschränkten Armen viel auf und ab, hundertprozentig zufrieden wirkte er mit dem Offensivspiel nicht. Bei seiner umgebauten Abwehr beobachtete Gislason hingegen weitaus weniger Schwierigkeiten, sie wurde aber auch kaum gefordert. 

„Die Uruguayer haben Probleme mit dem Arbeitsgerät, der ein oder andere auf der Mittelposition scheint auch übergewichtig zu sein“, sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning in der Halbzeit am ARD-Mikrofon: „Es fehlt der absolute Wettkampfcharakter.“

Gislason konnte daher auf allen Positionen fleißig Personal tauschen, auch Juri Knorr kam wie sechs weitere Spieler zu seinem WM-Debüt und trug sich gleich in die Torschützenliste ein. In der zweiten Hälfte, in der die DHB-Auswahl eine andere Deckungsvariante spielte, reduzierte Deutschland die Fehlerquote deutlich. Dem Außenseiter gingen die Kräfte aus. Der Vorsprung wuchs und wuchs - und wurde standesgemäß.

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