Hans-Rehn-Stift in Stuttgart-Rohr Neuem Café-Betreiber winkt niedrige Pacht

Wer sich einmal an einem eigenen Café versuchen möchte, hat im Hans-Rehn-Stift die Chance dazu. Foto: dpa/Klaus-Dietmar Gabbert
Wer sich einmal an einem eigenen Café versuchen möchte, hat im Hans-Rehn-Stift die Chance dazu. Foto: dpa/Klaus-Dietmar Gabbert

Sie versprechen wenig Pacht und wenig Risiko: Fürs Café Goldner im Hans-Rehn-Stift in Stuttgart-Rohr wird jemand gesucht, der sich einen Traum erfüllen will. Allerdings ist das Angebot begrenzt.

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Rohr - Es war Oldschool“, sagt Roland Wörner, „und es hatte diesen gewissen Oldschool-Charme“. Die Rede ist vom Café Goldner auf dem Gelände des Hans-Rehn-Stifts in Stuttgart-Rohr. Vor allem im Außenbereich des Cafés habe man „nett sitzen“ können, schön schattig sei es dort gewesen, erzählt der Herr aus dem Heimbeirat, der gelegentlich beim Besuch seiner Schwiegermutter im Café eingekehrt ist. Vor allem für die im Betreuten Wohnen lebenden Senioren sei das Café angenehm gewesen, aber rein durfte auch jeder andere: „Komm, wir gehen rüber ins Goldner“, habe man im Heim gesagt – und eben dort Kaffee getrunken. Bis Ende Februar. Denn da zog sich das bisherige Pächter-Ehepaar aus dem Geschäft zurück. Das Café ist seitdem verwaist.

Doch wenn es nach Roland Wörner geht, soll das nicht so bleiben. Es müsse sich halt einfach ein neuer Pächter finden, der den Gedanken in sich trage: „Mensch, ich hätte Lust, mal ein Café aufzumachen.“ Eine große Chance sei das voll eingerichtete Café mit mutmaßlich sehr geringer Pacht. Wer lange schon einen Bewirtungstraum hege oder spontan Lust darauf bekomme, der könne sich dort relativ gefahrlos ausprobieren und ab 2024 bei Gefallen an einem anderen Ort ein anderes Café eröffnen. Denn der Haken an dem Projekt ist: Das Hans-Rehn-Stift und das Café auf dessen Gelände werden 2024 abgerissen. „Es ist zeitlich limitiert“, sagt Roland Wörner.

Warum das Café hier so wichtig ist

Ein Hinderungsgrund für potenzielle Pächter sei dieser Umstand freilich nicht, so ist er überzeugt. Die Stammkundschaft wohne ja vor Ort, und Wörner kann sich vorstellen, dass jemand mit dem entsprechenden Engagement zunächst mal auch nur an den Wochenenden öffne. „Und wenn’s dann läuft, sieht man weiter“, hofft der Rentner, der weiß, wie wichtig die Begegnungen im Café für die Heimbewohner wären. Deshalb habe man im Heimbeirat bereits darüber nachgedacht, das Café Goldner zur Not selber ehrenamtlich zu betreiben. Aber diesen Gedanken habe man wieder verworfen, weil Wörners Ansicht nach der kleine Heimbeirat dabei an seine Kapazitätsgrenzen stoßen würde. Dann betont er noch einmal, dass ihm eine besonders geringe Pacht signalisiert worden sei.

Das bestätigt Marc Bischoff, der Geschäftsführer des städtischen Sozialunternehmens Leben & Wohnen, das das Hans-Rehn-Stift betreibt, auf Nachfrage unserer Zeitung: „Wenn sich ein Pächter findet, würden wir ihm mit einer sehr geringen Pacht entgegenkommen“, sagt Bischoff. „Ein sehr niedriger dreistelliger Betrag“ würde monatlich fällig, so Bischof. Ein potenzieller Pächter müsse sich im Klaren darüber sein, „dass das eine endliche Sache ist“, denn „wir wollen neu bauen“. Interessenten könnten sich gerne bei ihm melden, sagt Bischoff und bekräftigt, dass ein etwaiger Traum vom temporären eigenen Café an der Pacht gewiss nicht scheitern werde.




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