Das Haus der Begegnung an der Giebelstraße 14 hat jüngst sein zehnjähriges Bestehen gefeiert – mit vielen Stamm- und Ehrengästen – und vor allem viel Herzlichkeit.

Nordrundschau: Chris Lederer (cl)

Giebel - Die Reihen füllen sich, die Plätze werden knapp. Schier unaufhörlich strömen die Besucher am Samstagnachmittag ins Haus der Begegnung. „Holt bitte noch mal einen Tisch“, sagt Marion Goß, die ehrenamtliche Leiterin der Begegnungsstätte an der Giebelstraße 14. „Wir brauchen auch noch mehr Stühle.“ Ehrengäste aus Kirche, Stadtverwaltung, Gesellschaft und Politik – und selbstverständlich Dutzende Stammgäste – lassen es sich nicht nehmen, den zehnten Geburtstag der Einrichtung mit ihrer „Marion“ und deren Helferteam gebührend zu feiern. Der Grill ist angefeuert, Kuchen sind gebacken, Salate vorbereitet. Umarmungen hier, Küsschen da, und jede Menge persönliche Worte, bevor es überhaupt losgeht. Sollten nicht die Grußworte beginnen? Das kann warten. Auch wenn es noch so hektisch wird und die Zeit drängt – hier ticken die Uhren anders: Zuerst kommt der Mensch!

Zuerst kommt der Mensch

Als jede und jeder Gast sein Plätzchen gefunden hat, würdigt Weilimdorfs Bezirksvorsteherin Ulrike Zich das große Engagement aller Beteiligten: „Hier sind alle Willkommen, ob jung oder alt, ob Schwaben oder Zugewanderter, und egal, wie groß der Geldbeutel ist oder das Ansehen – der Zweck ist, Begegnungen zu schaffen, und all dies ist in diesem Haus wunderbar gelungen.“ Das Haus der Begegnung leiste mit seinen ehrenamtlichen Mitarbeitern und seinem Angebot einen besonderen Beitrag, der zum „Wohlfühlfaktor in Giebel“ leiste.

Von 1978 bis 2006 hatte die Einrichtung zunächst ausschließlich als Begegnungsstätte „Frohes Alter“ fast ausschließlich für ältere Semester gewirkt. Eine Neuausrichtung erfolgte im Jahr 2006 mit einem neuen Konzept, der Öffnung in alle Richtungen und unter Mitwirkung des Förderprogramms Soziale Stadt. Ulrike Zich hob die wichtige Rolle hervor, die das Haus schon damals hatte: „ Hier haben die ersten Sitzungen zur Sozialen Stadt stattgefunden und auch die Themengruppen haben sich hier regelmäßig getroffen.“ Zehn Jahre ist es nun her, dass die Begegnungsstätte in Haus der Begegnung umbenannt wurde. Seit 2016 gehört dazu auch der Slogan „Gemeinsam statt einsam“. Und einsam muss sich bei dem bunten Programm und herzlichen Miteinander gewiss keiner fühlen. Es gibt im Haus Bewegungsangebote, Sing –, Spiel- und Handarbeitsgruppen, nicht zu vergessen das Frauenfrühstück, die Wanderungen und den regelmäßigen Mittagstisch, laut Marion Goß ist die Giebler Begegnungsstätte die einzige ausschließlich ehrenamtlich geführte in Stuttgart, die einen Mittagstisch anbietet. Nicht wegzudenken sind für die Geschäftsführerin und ihr Team Inklusionsprojekte mit der Diakonie Stetten am Bergheimer Hof.

Ulrike Zich: „Ich bin unendlich dankbar“

„Dafür dass sie da ist, bin ich unendlich dankbar“, sagt Ulrike Zich an Marion Goß gewandt. „Und ich bedanke mich auch bei allen anderen, die hier viel bewirken.“ Auch Marion Goß bedankt sich: Besonders bei ihrem Team und der Soziale-Stadt-Projektleiterin Martina de la Rosa sowie Carolin Schork, Antje Fritz, Philip Klein und Lisa Abele vom Info-Eck Giebel, „für die jahrelange reibungslose Zusammenarbeit“.

Mit Live-Musik, einem Film über die vergangenen zehn Jahre und kulinarischen Köstlichkeiten ließ die gesellige Feierschar den Nachmittag fröhlich ausklingen. Und bis zur nächsten Begegnung an der Giebelstraße 14 ist es nicht mehr lange hin.