Heimsheim Der katastrophensichere Quell aus der Tiefe

Von Florian Mader 

Seit zwei Jahren ist der Tiefbrunnen schon außer Betrieb. Jetzt überlegt die Stadt, ihn zu sanieren.

Der Tiefbrunnen am  Heimsheimer See könnte bald wieder in Betrieb gehen. Foto: Andreas Gorr
Der Tiefbrunnen am Heimsheimer See könnte bald wieder in Betrieb gehen. Foto: Andreas Gorr

Heimsheim - Grau und schlammig ist das Wasser, das da aus den Leitungen sprudelt. Etwa alle fünf Jahre muss der Heimsheimer Wassermeister Achim Gompper seinen Tiefbrunnen reinigen lassen – beim letzten Mal hatte er dann die Bescherung: „Als ich ihn dann wieder in Betrieb nehmen wollte, habe ich festgestellt, dass das Wasser sehr stark getrübt war“, erzählt Gompper. „Da musste ich ihn außer Betrieb nehmen.“

Seit Oktober 2014 steht der Heimsheimer Tiefbrunnen nun still, die Stadt versorgt sich seitdem komplett mit Wasser aus dem Bodensee. Jetzt liegt ein Gutachten vor, das den Tiefbrunnen untersucht hat: 600 000 Euro würde es demnach kosten, den Brunnen zu sanieren, um ihn danach wieder in Betrieb nehmen zu können.

Qualität des Wasser ist gut

„Die Qualität des Wasser aus dem Brunnen ist gut“, sagt Judith Richter vom Stuttgarter Ingenieurbüro „RBS wave“, das die Untersuchungen in Heimsheim gemacht hat. „Es ist aber ein Filter notwendig, der die Braunfärbung entfernt“, fasst sie das Ergebnis zusammen.

Jetzt steht Heimsheim vor der Wahl: Entweder muss die Stadt die Brunnensanierung in Auftrag gegeben, oder sie muss die Bezugsrechte bei der Bodensee-Wasserversorgung erhöhen. Zwölf Liter pro Sekunde darf Heimsheim momentan aus dem Bodensee abschöpfen, einen maximalen Bedarf von 21 Litern pro Sekunde muss die Stadt aber abdecken können. Der Tiefbrunnen könnte die restlichen neun Liter liefern.

„Wir sollten ihn sanieren“, findet der Freie Wähler-Rat Walter Müller. „Wenn wir die Möglichkeit haben, unsere Wasserversorgung auf zwei Säulen zu stellen, sollten wir das tun.“ Der Bodensee sei weit weg – da könne viel passieren.

600 000 Euro kostet die Investition

Das sei „katastrophensicherer“, meint auch CDU-Gemeinderat Uwe Braun. „Und der Wasserstand des Bodensees sinkt von Jahr zu Jahr“, weiß Gaby Wulff, die „Bürgerin für Heimsheim“. Jetzt muss der Geimenderat im Zuge der in diesem Monat anstehenden Haushaltsberatungen überlegen, ob er 600 000 Euro in den Brunnen investieren möchte. Die Verwaltung hat das Ingenieurbüro bereits beauftragt, weitere Untersuchungen anzustellen.

Der Wassermeister Achim Gompper jedenfalls würde sich freuen, wenn er seinen Brunnen wieder in Betrieb nehmen könnte. „Heimsheim ist schließlich ein sehr wasserreiches Gebiet“, sagt er.