Heimsheim Kritik am Verlauf des Waldenserweges

Die Wälder bei Heimsheim.Foto:factum/Krieger Foto:  
Die Wälder bei Heimsheim. Foto:factum/Kriege r

Das Kuratorium und der Heimatkreis wollen, dass der Heckengäu-Teil der Fernwanderroute näher an der Schleglerstadt vorbei führt. Sie werfen dem Bürgermeister Uwe Rupp vor, ohne Absprache über den Streckenverlauf verhandelt zu haben. Foto:Krieger.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Heimsheim - In Heimsheim gibt es Streit um den „Waldenserweg“. Das Kuratorium der Vereine und hier besonders der heimatgeschichtliche Freundeskreis werfen der Stadtverwaltung vor, sich nicht ausreichend für einen Streckenverlauf auf Heimsheimer Gemarkung einzusetzen.

Mitte April wurde der neue Heckengäu-Abschnitt dieses Fernwanderweges eingeweiht. Er führt von Mönsheim über Friolzheim, dann entlang der Autobahn nach Flacht und weiter nach Perouse. Das Kuratorium und der Freundeskreis sähen es gerne, wenn der Weg über eine erkleckliche Strecke Heimsheimer Gemarkung führen würde; die aktuelle Streckenführung des Weges tangiert Heimsheim nur an der Autobahnmeisterei. „Wir fänden es gut, wenn der Weg stattdessen durch unseren Schönbühlwald verliefe“, berichtet Ursula Duppel-Breth, die Vorsitzende des Kuratoriums und zugleich des heimatgeschichtlichen Freundeskreises. Sie erläutert den historischen Zusammenhang: „Die Waldenser siedelten früher im Heimsheimer Gebiet“. Ende des 17. Jahrhunderts waren die Angehörigen der protestantisch-reformierten Kirche aus Savoyen und dem Piemont nach Norden geflohen, um der Verfolgung durch die katholische Kirche zu entgehen. Einige von ihnen siedelten am Rand der Schleglerstadt – und gründeten später hier die Gemeinde Perouse. „Die Geschichte der Waldenser ist also auch mit Heimsheim verknüpft“, sagt Duppel-Breth. Die Heimsheimer CDU-Kreistagsabgeordnete Christa Pfisterer, ebenfalls Freundeskreis-Mitglied, ergänzt: „Aus kultureller, aber auch wirtschaftlicher Sicht wäre es gut gewesen, den Weg deutlicher an Heimsheim vorbeizuführen.“ Sie erklärt: „Einzelhandel und Gastronomie haben ja auch etwas von den Wanderern.“

Pfisterer und Duppel-Breth kritisieren insbesondere den Heimsheimer Bürgermeister Uwe Rupp dafür, dass er zwar in die Waldenserweg-Pläne eingeweiht worden sei, dieses Wissen aber nicht an das Kuratorium und auch nicht an den Gemeinderat weitergegeben habe. Stattdessen habe Rupp in Absprache mit der Stadt Rutesheim, den Waldenserweg-Organisatoren und den örtlichen Förstern schon im vergangenen Jahr eigenständig entschieden. Selbst ein Angebot aus Rutesheim, wo man sich aufgeschlossen zeigte, die Wegführung zu Gunsten von Heimsheim doch noch zu ändern, sei im Herbst ausgeschlagen worden.

Der Bürgermeister Uwe Rupp selbst betont: „Unsere Verwaltung hat in Zusammenarbeit mit allen beteiligten Behörden und Einrichtungen einen Konsens gefunden.“ Aus forstwirtschaftlicher Sicht sei der Weg durch den Schönbühlwald problematisch, auch müsse die Verkehrssicherungspflicht übernommen werden. „Die Historie der Stadt ist natürlich ein wichtiges Anliegen“, ergänzt er. Und räumt ein: „Die Kommunikation hätte durchaus besser sein können.“

Immerhin: in seiner jüngsten Sitzung hat der Heimsheimer Gemeinderat nun doch noch kurz über das Thema gesprochen. Das Gremium gab grünes Licht für das Kuratorium, sich nun selbst in die Gespräche einzuschalten – und vielleicht doch noch die Streckenführung des Waldenserpfades durch die Wälder der Schleglerstadt zu führen. „Wir müssen da noch einmal in Verhandlungen treten, bevor die Wegpläne gedruckt sind und alle im Internet stehen“, so Christa Pfisterer..




Unsere Empfehlung für Sie