Herrenberg Im Ramadan 12 000 Essen verteilt

Heute endet der Fastenmonat für Muslime, das Zuckerfest beginnt.

Bei schönem Wetter wird draußen gegessen. Foto: factum/ 2 Bilder
Bei schönem Wetter wird draußen gegessen. Foto: factum/

Herrenberg/Sindelfingen - Etwa 12 000 Mahlzeiten haben die Mitglieder der Türkisch-Islamischen Gemeinde Herrenberg im vergangenen Monat ausgegeben. Täglich 300 bis 400 Esser registrierten die Verantwortlichen. „An den Wochenenden waren es sogar 500 bis 600 Leute“, berichtet Osman Yozgat vom Vorstand der Gemeinde. Bereits zum zweiten Mal hatten die Muslime im Ramadan zum täglichen gemeinsamen Fastenbrechen bei der Moschee im Schießtäle eingeladen. In den Jahren zuvor hatte es dies nur an den Wochenenden gegeben. Doch dank der neuen, im Jahr 2015 eröffneten Moschee mit viel Platz sei jetzt ein tägliches Ramadanessen möglich. Ähnliche Aktionen gab es auch in anderen Moscheen in Herrenberg und Sindelfingen.

Türkischen Koch für Ramadan angestellt

Einen eigens aus der Türkei angereister Koch hatte die Gemeinde für den Fastenmonat angestellt. Dieser kaufte täglich gemeinsam mit Mitgliedern des Vorstands die Zutaten frisch ein. Finanziert wurden die Mahlzeiten aus Spenden der Gemeindemitglieder. Die Männer aßen in einem Zelt vor der Moschee, die Frauen im großen Gemeinschaftssaal im Untergeschoss des Gebäudes. An den letzten Ramadantagen war das Wetter so schön, dass die Essensausgabe im Freien stattfinden konnte. Jeden Tag hatte sich der Beginn des Iftars – so die Bezeichnung für die erste Mahlzeit des Tages – ein bis zwei Minuten nach hinten verschoben, parallel zum Sonnenuntergang, der momentan um kurz nach 21 Uhr ist. Erst dann ist den Muslimen das Essen wieder erlaubt.

Auch Deutsche sind willkommen

„Das gemeinsame Essen ist ein schöner Brauch“, sagt Osman Yozgat. „Es gehört zum Ramadan, dass man sich trifft und austauscht.“ Er freut sich darüber, dass hin und wieder einige deutsche Bekannte und Nachbarn beim Fastenbrechen dabei waren. In Sindelfingen hat sogar der Oberbürgermeister Bernd Vöhringer vorbeigeschaut. Auch viele syrische Flüchtlinge hätten regelmäßig teilgenommen, sagt Yozgat. „Bei uns ist jeder willkommen“, betont er.

An diesem Dienstag nun endet die Fastenzeit mit dem Eid al Fitr oder Bayram, auch Zuckerfest genannt. Dazu haben sich die Gläubigen in aller Frühe in der Moschee zum Morgengebet getroffen. Anschließend wurde dann in den Familien gefrühstückt. Osman Yozgat, der im Sindelfinger Mercedes-Benz-Werk arbeitet, hat sich den Dienstag frei genommen. „Es ist Tradition, dass wir unsere Familien am Fest besuchen. Ich fahre zu meinen Eltern nach Konstanz.“ Am kommenden Pfingstwochenende wird weiter gefeiert. Die Herrenberger Moscheegemeinde lädt von Freitag bis Montag zum Frühlingsfest und verkauft türkische Leckerbissen. Der Erlös ist für die Gemeindearbeit bestimmt.