Nach den anhaltenden Waldbränden in Kanada zieht der Rauch am Freitag auch über Baden-Württemberg hinweg. An einigen Orten ist die Wolke zu sehen.

Klima und Nachhaltigkeit: Julia Bosch (jub)

Nach den seit Wochen anhaltenden Waldbränden in Kanada hat die von dort kommende Rauchwolke am Freitagmorgen Baden-Württemberg erreicht. Laut eines Experten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zieht sie „verschleppend“ über den Süden Deutschlands, über Norddeutschland etwas schneller. Am späten Vormittag des Samstags, 1. Juli, werde sie Deutschland dann verlassen haben, sagt Harald Flentje, ein Aerosolwissenschaftler des DWD.

 

Aufgrund des Regenwetters am Freitag sieht man die Wolke jedoch kaum: Die Wolken maskierten oder versteckten den Rauch, der Regen wasche ihn aus, erläutert Flentje. Eindrucksvolle Sonnenuntergänge, wie sie zuletzt etwa in Spanien oder Portugal zu sehen waren, fielen aufgrund des Wetters hierzulande aus.

Mancherorts ist der Rauch zu sehen

An einigen Orten in Süddeutschland ist die Wolke jedoch sichtbar: So sehe man laut DWD den Rauch seit Donnerstagabend gegen 23 Uhr beispielsweise am Hohenpeißenberg, das liegt rund 70 Kilometer südwestlich von München. Dort seien zusätzlich zu den sonstigen Aerosolen auch zwischen 10 und 20 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter gemessen worden. „Das ist sehr bemerkenswert und außergewöhnlich angesichts des weiten Transports“, sagt Harald Flentje.

Absolut gesehen seien diese Feinstaubwerte jedoch nicht sehr viel, der Jahresmittelwert liegt bei rund 7 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter. Auch in den Landesmessnetzen von Baden-Württemberg oder auch Brandenburg habe er am Donnerstag und Freitag relativ gewöhnliche Feinstaubkonzentrationen gesehen, sagt Flentje.

Hohe Emissionen durch Waldbrände in Kanada

Auf der Website des Copernicus Atmosphere Monitoring Service kann man den genauen Verlauf der Rauchwolke verfolgen. Dort sieht man auch die Aerosolwerte. In Kanada erzeugen die Waldbrände seit Mai so viel CO2 wie die Niederlande in einem ganzen Jahr. Die Brände haben die kanadische Millionenmetropole Montreal zeitweise zur Stadt mit der schlechtesten Luftqualität weltweit gemacht.

Durch Waldbrände werden große Mengen an Ruß und Asche in die Atmosphäre freigesetzt. Dabei wird in tieferen Schichten der Troposphäre – also der untersten Schicht der Atmosphäre – mit der Zeit die Konzentration schnell verringert, auch durch Niederschlag.