In seiner Antrittsrede an der Hochschule der Medien in Stuttgart sprach der ARD-Tagesthemenmoderator Ingo Zamperoni über journalistische Qualität und aktuelle Herausforderungen.

Volontäre: Susan Jörges (suj)

Stuttgart - Ab dem Sommersemester wird ein Journalist, der sein Handwerk regelmäßig in den Abendnachrichten praktiziert, Studierenden der Hochschule der Medien (HdM) die Kunst des Moderierens näherbringen. Bereits im Juli hatte der Senat der Hochschule den ARD-Journalisten Ingo Zamperoni einstimmig zum Honorarprofessor berufen. Am Donnerstag nahm er nun die Ernennungsurkunde von Hochschulrektor Professor Alexander W. Roos entgegen.

Noch mag der frisch erlangte Professorentitel etwas ungewohnt für den Praktiker sein, doch noch in dieser Woche wird er in die Lehre einsteigen und gemeinsam mit Studierenden am Institut für Moderation (Imo) die Grundlagen des Moderierens und Interviewens trainieren. Zamperoni ist kein neues Gesicht am Rednerpult des Hörsaales. Im Sommersemester 2017 hatte er erstmals die Veranstaltung „Achtung: Profis berichten aus ihrem Alltag“ angeboten. Seit 2019 unterstützt er das Masterangebot „Qualifikation Moderation“ am Imo. In Wochen, in denen der Journalist nicht vor der Tagesthemen-Kamera im Hamburger ARD-Studio steht, wird er von nun an weitere Blockseminare und Workshops halten.

Journalisten als „Wellenbrecher der Informationsflut“

Der Journalismus sei ein Handwerk, welches mithilfe der richtigen Werkzeuge und Fähigkeiten erlernt werden kann, betonte der Hamburger in seiner Antrittsrede. Doch ein wenig Mut und etwas Talent seien nötig, um vor der Kamera zu bestehen. Als Lehrender möchte Zamperoni seine Hochschüler ermutigen und ihr Selbstvertrauen stärken. Dass die tägliche Berichterstattung in guten Händen liegt, sei derzeit wichtiger denn je: „Journalisten sind Wellenbrecher der Informationsflut. Sie müssen einen breiten Blick auf Themen bewahren, verschiedene Seiten zu Wort kommen lassen und keine Agenda vorantreiben“, bekräftigte Ingo Zamperoni. Moderatoren stünden insbesondere vor der Herausforderung, komplexe Themen in kurzer Zeit kompakt zu vermitteln, „wir müssen die Zuschauer zu Hause vor ihren Fernsehern erreichen“.

Zahlreiche Sendestunden vor der Kamera

Dass der ausgebildete Journalist und Autor das Ausbildungsangebot an der Hochschule bereichern wird, ist für HdM-Rektor Roos gesichert: „Wir wollen die journalistische Praxis in die Vorlesungssäle bringen. Mit Ingo Zamperoni haben wir einen exzellenten Praktiker gewonnen, von seinen Erfahrungen können Studierende nur profitieren“, betonte er.

Zamperoni hat Amerikanistik, Jura und Geschichte studiert und seine journalistische Ausbildung im Norddeutschen Rundfunk absolviert. Bei seiner künftigen Lehre kann er auf zahlreiche Sendestunden vor der Kamera zurückblicken: 2007 übernahm er etwa die Moderation des ARD-Nachtmagazin, ab 2014 berichtete er für zwei Jahre als Korrespondent aus den USA.

HdM hat noch weitere Honorarprofessoren

Honorarprofessoren sind nebenberufliche Hochschullehrer, die zumeist über besondere praktische oder wissenschaftliche Erfahrungen verfügen und ihre Lehrtätigkeit ehrenamtlich ausüben. Vor Zamperoni hat die Hochschule der Medien neun weitere Honorarprofessoren berufen, zuletzt Nils Heide, Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz sowie Helmut Wohland, Honorarprofessor im Bereich internationale Managementstrategien.