Hochspannungsleitung im Schwurwald TransnetBW hält an Trasse fest

Von Klaus Nonnenmacher 

Die Gegner der geplanten Höchstspannungsleitung durch den Schurwald halten sie für überflüssig und sehen die Bundesnetzagentur auf ihrer Seite. Doch TransnetBW bleibt offenbar hart.

Wo die Überlandleitung nach Süden führen soll, ist umstritten. Foto: dpa
Wo die Überlandleitung nach Süden führen soll, ist umstritten. Foto: dpa

Ebersbach - Am so genannten Netzentwicklungsplan hängt alles. Die geplanten Überlandleitungen, die darin vermerkt sind, sollen auch gebaut werden. Im Schurwald wehren sich viele Bürger und die betroffenen Kommunen bekanntlich gegen eine geplante 380-Kilo-Volt-Höchstspannungsleitung, die von Goldshöfe bei Aalen nach Ebersbach Bünzwangen führen soll. Der Netzbetreiber TransnetBW hält auch im jüngsten Netzentwicklungsplan an der Trasse fest. Wie zehn Bürgerinitiativen, welche die Trasse verhindern wollen, jetzt mitteilen, haben sie in einer Blitzaktion 3200 Unterschriften gegen die Leitung gesammelt. Auch rund 15 Kommunen reichten kritische Stellungnahmen ein.

Bundesnetzagentur ist gegen die Trasse

Darin bemängeln sie, dass die Betreiber der großen Überlandleitungen die Stromautobahn von Bad Segeberg nach Goldshöfe in Plan schreiben, mit deren Bau auch die TransnetBW die 380-KV-Leitungnach Bünzwangen begründet. Gerade diese Stromautobahn sei jedoch bereits zweimal von der Bundesnetzagentur mit einer ausführlicher Begründung abgelehnt worden. Die Bürgerinitiativen kritisieren, dass diese nur dem europaweiten Handel mit überschüssigem Strom aus Kohlekraftwerken dienen würde – auf Kosten von Landschaft, Erholung, Gesundheit und Immobilien.

Vor allem führen die Initiativen in ihren Stellungnahmen aber aus, dass die Notwendigkeit der 380-KV-Trasse Goldshöfe-Bünzwangen ihrer Ansicht nach nie nachgewiesen wurde, obwohl dies gesetzlich vorgeschrieben sei. Würde die TransnetBW die Leitung bauen, würde sie eine garantierte Eigenkapitalrendite von mehr als neun Prozent erhalten – unabhängig davon, ob die Leitung ausgelastet wäre. Doch nach Ansicht von Christoph Zantow, einem der Sprecher der Bürgerinitiativen, mauert die TransnetBW. Die Interessengemeinschaft aus 38 Kommunen habe bereits im vergangenen Herbst von einem eigenen Fachmann einen Fragenkatalog zur Notwendigkeit der Trasse ausarbeiten und der TransnetBW zukommen lassen. Heute, sieben Monaten später, habe die TransnetBW noch keine einzige Frage beantwortet. Vor einem Vierteljahr schickten die Bürgerinitiativen gemeinsam mit dem Landrat des Ostalbkreises, Klaus Pavel, einen offenen Brief an die Geschäftsleitung der TransnetBW, bislang ohne offizielle Reaktion.

Hoffnung auf Gutachten

„Die Bürgerinitiativen sehen hier einen krassen Widerspruch zum öffentlichen Bekenntnis der TransnetBW zum offenen, transparenten Bürgerdialog“, bemängelt Zantow. Auch das Bundeswirtschaftsministerium – zuständig für die Überprüfung der Notwendigkeit – maure: Mehrere Einladungen des Landratsamts Aalen zu einem Gespräch seien ausgeschlagen worden. Die Bürgerinitiativen hoffen jetzt auf das Gutachten, dass die Interessengemeinschaft in Auftrag gegeben hat. Erste Ergebnisse sollen in wenigen Tagen vorliegen.