Hoher Feinstaubwert in Städten ADAC: Generelles Tempo 30 bringt nichts

Der ADAC hat sich gegen generelles Tempo 30 in Städten ausgesprochen. Der Feinstaubgehalt in der Luft würde dadurch nicht gesenkt. (Symbolfoto) Foto: dpa-Zentralbild
Der ADAC hat sich gegen generelles Tempo 30 in Städten ausgesprochen. Der Feinstaubgehalt in der Luft würde dadurch nicht gesenkt. (Symbolfoto) Foto: dpa-Zentralbild

Nicht nur Stuttgart hat regelmäßig mit zu hohen Feinstaubwerten in der Innenstadt zu kämpfen. Bisher setzen die Verantwortlichen auch auf Tempolimits. Doch der ADAC hält überraschend dagegen.

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Berlin - In der Diskussion über sauberere Luft in den Städten hat sich der Autofahrerclub ADAC gegen generelles Tempo 30 gewandt. Eine Verringerung des zulässigen Höchsttempos 50 führe nicht zu einer Senkung des Schadstoffausstoßes von Pkw, teilte der Club am Montag nach eigenen Messungen mit. Testfahrten hätten ergeben, dass die Werte bei verringerter Geschwindigkeit weder bei Stickoxid (NOx) noch bei Kohlendioxid (CO2) zurückgingen.

Auch Dieselautos könnten niedrige NOx-Emissionen erreichen, sofern sie moderne Technologien nutzen, erklärte der ADAC. Um die Luftqualität zu verbessern, könnte der Verkehr etwa mit „grünen Wellen“ an Ampeln und Leitsystemen flüssiger gemacht werden. Zuerst seien aber die Autohersteller mit sauberen Technologien gefragt. Weitere Verschärfungen der Umweltzonen-Regelungen führten nicht zum Ziel. Daher sei es richtig, dass Pläne für eine „Blaue Plakette“ vom Bundesumweltministerium auf Eis gelegt worden seien.

VDC: Tempo 30 hat nichts mit Umweltzonen zu tun

Der ökologisch orientierte Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisierte, der ADAC habe untersucht, was gar nicht zur Debatte stehe. „Tempo 30 ist wichtig für die Verkehrssicherheit, denn Tempo 30 kann Unfälle vermeiden und Leben retten.“ Mit Umweltzonen habe dies wenig zu tun. Zur Stickoxid-Minderung brauche es eine funktionierende Abgasreinigung in den Fahrzeugen.

Die Stadt Düsseldorf war kürzlich vor Gericht verpflichtet worden, mehr für saubere Luft zu tun - notfalls mit Fahrverboten für Dieselautos. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hatte argumentiert, es bestehe eine staatliche Schutzpflicht für Leben und Gesundheit der Bürger. Die Richter machten in der Verhandlung deutlich, dass sie Fahrverbote für Dieselfahrzeuge auf belasteten Strecken für einen besonders effektiven Weg halten, die Belastung zu senken.




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