ExklusivHoher Justiz-Posten in Stuttgart Oberlandesgericht bekommt erstmals eine Chefin

Als Richterin und Chefin hoch gelobt: Cornelia Horz, noch Präsidentin des Landgerichts Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Als Richterin und Chefin hoch gelobt: Cornelia Horz, noch Präsidentin des Landgerichts Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Sie war, wie oft in der Justiz, die einzige Bewerberin. Nun soll Cornelia Horz die erste Präsidentin des Oberlandesgerichts Stuttgart werden. Auch für ihren derzeitigen Chefposten beim Landgericht wird bereits jemand gehandelt.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Andreas Müller (mül)
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Stuttgart - Das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart soll zum ersten Mal in seiner Geschichte eine Präsidentin bekommen. Die derzeitige Chefin des Landgerichts Stuttgart, Cornelia Horz, soll Nachfolgerin von Franz Steinle werden, der in den Ruhestand geht. Dies erfuhr die Stuttgarter Zeitung verlässlich aus Koalitionskreisen. Die vom Justizministerium und den Personalvertretern bereits abgesegnete Entscheidung muss noch durchs Kabinett; dessen Plazet gilt als Formsache.

Mit Hinweis auf das laufende Besetzungsverfahren wollte sich ein Sprecher von Minister Guido Wolf (CDU) zunächst nicht äußern. Horz war dem Vernehmen nach die einzige Bewerberin für die im Juli ausgeschriebene Position. In der Justiz kommt es regelmäßig vor, dass sich für Führungsjobs nur jener Kandidat meldet, der zuvor ins Auge gefasst wurde. Die aus Dornstetten-Hallwangen im Schwarzwald stammende Juristin, die vor ihrem Studium zunächst im gehobenen Justizdienst arbeitete, war Steinle im Jahr 2013 bereits als Präsidentin des Landgerichts nachgefolgt. Der damalige Justizminister Rainer Stickelberger (SPD) hatte sie als „begabte Juristin, erfahrene Richterin und exzellente Verwaltungsfrau“ gelobt. Ihr Credo laute „Kommunikation statt Konfrontation“, sagte Stickelberger. Horz war früher bereits OLG-Vizepräsidentin und Präsidentin des Landgerichts Ravensburg.

FDP-Beamter neuer Landgerichtschef?

Für die OLG-Position waren in einem frühen Stadium auch der Präsident des Landgerichts Tübingen, Reiner Frey, und der Chef der Personalabteilung im Justizministerium, Andreas Singer, gehandelt worden. Der FDP-Mann gilt als Ziehsohn des früheren OLG-Präsidenten Eberhard Stilz, der jetzt den Verfassungsgerichtshof des Landes leitet. In Justizkreisen ist Singer nun als Nachfolger von Horz beim Landgericht Stuttgart im Gespräch.

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