Hund gegen Katze Machen Hunde glücklicher als Katzen?

Von Jörg Zittlau 

Der ewige Streit zwischen den Tierhaltern ist entschieden, sagen US-Wissenschaftler – und nennen die Gründe.

Wie beeinflussen Haustiere – insbesondere Hunde und Katzen – das Wohlbefinden ihrer Besitzer? Das versuchen US-Forscher herauszufinden. Foto: dpa/Peter Steffen
Wie beeinflussen Haustiere – insbesondere Hunde und Katzen – das Wohlbefinden ihrer Besitzer? Das versuchen US-Forscher herauszufinden. Foto: dpa/Peter Steffen

Chicago - Arthur Schopenhauer nannte seinen Pudel „atman“, die Weltseele. Und für Loriot stand fest: „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.“ Für sie war also der Hund eine wesentliche Voraussetzung ihres Glücks. Doch machen sie auch glücklicher als die ebenso beliebte Katze? Darüber gibt es zwischen Hunde- und Katzenliebhabern immer wieder Diskussionen. Diese erhalten jetzt durch eine Studie neue Nahrung. Demnach sollen Herrchen und Frauchen von Fiffi deutlich glücklicher sein als der Mann und die Frau an Miezes Seite. Doch was sind die Gründe?

Jeder dritte Hundebesitzer bezeichnet sich als glücklich

Die Forscher um den Soziologen Michael Davern von der University of Chicago befragen im Auftrag der Regierung regelmäßig eine repräsentative Anzahl von US-Bürgern, um mehr über die Vorlieben, Abneigungen und das Lebensglück der Bevölkerung zu erfahren. Diesmal wurde auch abgeklopft, ob die Befragten sich Hunde, Katzen oder beides halten, und wie das mit ihrer Lebenszufriedenheit korreliert. Im Ergebnis zeigte sich: Die Redewendung „Auf den Hund gekommen“ für einen abgehalfterten Unglücksraben entspricht nicht gerade der Realität. Denn etwa jedes dritte Herrchen oder Frauchen bezeichnete sich in der Umfrage als „very happy“, also als sehr glücklich. Was zwar nur unwesentlich mehr ist als die Quote von 32 Prozent bei den Befragten ohne Haustier. Dennoch kann es als eine kleine Empfehlung für den Schwanz wedelnden Hausgenossen interpretiert werden.

Haben Besitzer sowohl einen Hund als auch eine Katz’ sind sie nicht doppelt so glücklich

Ganz anders bei den Katzenliebhabern: Von denen zählten sich gerade mal 18 Prozent zur Very-Happy-Kategorie, damit nur halb so viele wie bei den Hundehaltern. Unter denen, die sowohl Hund wie Katz’ ihr eigen nennen, waren es 28 Prozent. Das Glück mit Hund scheint also deutlich kleiner zu werden, wenn noch eine Katze im Spiel ist.

Allerdings ist auch Vorsicht bei solchen Interpretationen angebracht. Denn die Studie aus Chicago verrät nichts über die kausale Richtung: Also ob das jeweilige Haustier für das Wohlbefinden seines Besitzers verantwortlich ist. Oder aber ob dessen Wohlbefinden dazu führte, dass er sich entweder eine Katze oder eben einen Hund angeschafft hatte. Durchaus möglich also, dass Hundehalter schon vor dem Kauf glücklich sind, während sich unglückliche Menschen eher eine Katze zulegen.

Hunde suchen soziale Kontakte – und ihre Besitzer tun es ihnen nach

Andererseits gibt es auch plausible Erklärungen, warum Hunde ihrem Halter tatsächlich einen Glücksvorsprung bescheren könnten: So zwingen sie ihn zu Bewegung im Freien, was an sich schon zu Gesundheit und Wohlbefinden beiträgt. Außerdem kommt man dabei nicht nur mit anderen Gassigehern, sondern generell mit anderen Menschen in Kontakt. Lisa Wood von der University of Western Australia ermittelte, dass Hundebesitzer besser als andere Tierhalter mit den Menschen in ihrem Wohnviertel vertraut sind. Und die australische Medizinsoziologin zitiert dazu die Erklärung eines Hundehalters, der für die Studie interviewt wurde: „Hunde bestehen darauf, sich zu treffen und zu begrüßen, und ihre Menschen folgen ihnen darin.“

Hinzu kommt, dass Hunde von ihrem Halter mehr vermenschlicht und dadurch eher zum Kumpel und Trostspender werden, als es bei Katzen der Fall ist. Was für Herrchens oder Frauchens Psyche, gerade in stressigen Zeiten, ein echter Stabilisator sein kann.

Für den Hund freilich kann ein solches Verhalten auf ein Schicksal als verzärteltes Schoßhündchen hinauslaufen. Ob ihn das glücklich oder unglücklich macht, weiß niemand. Denn die Interviews führt man nicht mit ihm, sondern nur mit seinem Halter.

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