In der Coronakrise Deutsche Sportvereine verlieren rund eine Million Mitglieder

Volksläufe – in Zeiten von Corona gestrichen. Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch
Volksläufe – in Zeiten von Corona gestrichen. Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Wegen des monatelangen Corona-Lockdowns sind viele Hobby- und Amateursportler zur Untätigkeit verurteilt. Das kostet die Vereine viele Mitglieder - und lässt den Dachverband weitere Folgeschäden fürchten.

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Frankfurt/Main - Der Mitgliederschwund im organisierten Sport als Folge der Pandemie bereitet dem Deutschen Olympischen Sportbund massive Sorgen. „Nach aktuellem Stand werden wir wohl zum Jahresende 2020 rund eine Million Mitglieder verloren haben und in den ersten Monaten des Jahres könnte nochmals eine ähnliche Größenordnung an Rückgang entstanden sein“, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. Was besonders schmerze: „Das geschieht vor allem im Kinder- und Jugendbereich und bei den sehr leistungsstarken und dienstleistungsorientierten (Groß-)Vereinen, die damit vielfach ihrerseits in echte Existenznöte kommen.“

Angesichts der wegen der Corona-Lage drohenden Verlängerung von strengen Kontaktbeschränkungen bis Pfingsten oder noch länger befürchtet der DOSB noch unabsehbare Schäden. „Wer hätte das noch vor Wochen oder Monaten gedacht und wer kann heute solide prognostizieren welche Folgeschäden das für den Sport und die gesamte Gesellschaft mit sich bringen wird“, fragte Hörmann.

Lockdown bremst Hobbysportler aus

Seit Monaten bremst der Lockdown Sportler im Hobby- und Leistungsbereich. Seit Anfang November durfte nicht mehr gespielt, nicht einmal mehr trainiert werden. Anfang März hatten dann Bund und Länder Planungen für Öffnungsschritte vorgelegt, nach denen zunächst kontaktfreier Sport in Kleingruppen unter freiem Himmel wieder ermöglicht werden konnte. Wegen der seither wieder gestiegenen Infektionszahlen gibt es aber bestenfalls in wenigen Regionen mit sehr niedrigen Inzidenzen Öffnungschancen für den Sportbetrieb.

Im Kampf gegen eine dritte Corona-Welle schlägt die Bundesregierung nun bundeseinheitliche Maßnahmen durch eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes vor. Sport könnte dann nach den ersten Überlegungen bundesweit nur noch alleine, zu zweit oder mit dem eigenen Haushalt erlaubt sein, auch wieder für Kinder und Jugendliche - wenn in Landkreisen die Sieben-Tage-Inzidenz auf mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner steigt. Ausnahme: Wettkampf und Training von Leistungssportlern.




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