Indien Vier Männer wegen Vergewaltigung gehängt

Von red/AP 

Die Tat hatte 2012 Entsetzen und Proteste ausgelöst. Die Mutter des Opfers begrüßt die Hinrichtungen. Es gibt aber auch Kritik.

Nach der Hinrichtung brechen Inder vor dem Gefängnis in Jubel aus und schwenken Nationalfahnen. Foto: dpa/Manish Swarup
Nach der Hinrichtung brechen Inder vor dem Gefängnis in Jubel aus und schwenken Nationalfahnen. Foto: dpa/Manish Swarup

Neu Delhi - Wegen der Vergewaltigung und Tötung einer Auszubildenden sind in Indien vier Männer hingerichtet worden. „Die vier Sträflinge wurden zusammen um 5.30 Uhr gehängt“, sagte Sandeep Goel, Leiter des Tihar-Gefängnisses in Neu Delhi, am Freitag. Sie waren wegen der 2012 in einem Bus in der Hauptstadt begangenen Straftaten verurteilt worden. Der Fall hatte international Entsetzen ausgelöst.

Die 23-Jährige Krankengymnastik-Auszubildende war zusammen mit einem männlichen Freund aus einem Kino gekommen, als sechs Männer sie austricksten und in den Bus holten. Den Freund schlugen sie, die Frau vergewaltigten sie mehrfach und fügten ihr mit einer Metallstange schwere innere Verletzungen zu. Sie ließen beide Opfer am Straßenrand zurück. Die Frau verstarb zwei Wochen später an ihren Verletzungen.

Die Gewalttat löste in Indien Proteste aus. Abgeordnete verschärften daraufhin Strafen für sexuelle Übergriffe.

Amnesty International kritisiert die Hinrichtungen

Asha Devi, die Mutter der Getöteten, dankte der Regierung und der Justiz nach der Hinrichtung. „Heute erlangten wir Gerechtigkeit und dieser Tag ist den Töchtern des Landes gewidmet“, sagte sie.

Vor dem Gefängnis versammelte sich eine Menschenmenge und wartete darauf, die Hinrichtungen zu feiern. Dutzende Personen hielten Schilder mit Lob für die Erhängungen. Die Menschenmenge rief Parolen wie „Gerechtigkeit für Frauen“.

Die indische Abteilung von Amnesty International kritisierte die Hinrichtungen hingegen. Sie markierten „eine enttäuschende Entwicklung“, kommentierte die Menschenrechtsorganisation und rief Indien zur Abschaffung der Todesstrafe auf. „Es gibt keinen Beweis, dass die Strafe als eine besondere Abschreckung vor der Straftat wirkte und Gewalt gegen Frauen auslöschen wird“, schrieb Amnesty.

Aktivisten zufolge wurden Vergewaltigungen durch die neuen Strafvorschriften nicht verhindert. Die letzte Erhängung in Indien fand 2012 statt.