Infektionsgefahren durch das Coronavirus Erhöhtes Risiko durch Bartwuchs?

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Bart-Renaissance und Coronavirus – wie passt das zusammen? Bekanntlich ist der Haarwuchs im Gesicht nicht unbedingt die hygienischste Zone und erhöht laut Experten tatsächlich das Infektionsrisiko für bestimmte Berufsgruppen. Womöglich Zeit für eine Glattrasur.

Männlich, so ein Bart – aber das Coronavirus ist kein Männerschnupfen. (Symbolbild) Foto: Unsplash/Photo by Abby Savage
Männlich, so ein Bart – aber das Coronavirus ist kein Männerschnupfen. (Symbolbild) Foto: Unsplash/Photo by Abby Savage

Stuttgart - Was früher ein strammer Bizeps war, ist heute der volle Bart: Ein Symbol der Männlichkeit. Gesichtsbehaarung kam vor Jahren wieder und denkt nicht ans Verschwinden – bei allem Sinn für Modebewusstsein: Vielleicht sollte sie das gerade jetzt, wenn auch nur vorübergehend.

Dass Bärte ein Habitat für Keime sind, ist längst bekannt. Jetzt melden sich aber auch Experten aus aller Welt zu Wort, die sagen, dass Bärte das Infektionsrisiko mit dem Coronavirus erhöhen. Dabei identifizieren sie manche Bartarten als problematischer denn andere. Das gilt vor allem für bestimmte Berufsgruppen.

Besonderes Thema für medizinisches Personal

Das Robert Koch-Institut in Deutschland (RKI) sieht Schwierigkeiten insbesondere dort, wo medizinisches Personal mit Infizierten zu tun hat. So weist das RKI in einer offiziellen Grafik für medizinisches Personal darauf hin, dass Bartwuchs bei Atemschutzmasken der Klasse FFP2 und höher die Abdichtung beeinträchtigen könne.

Zu einer ähnlichen Einschätzung gelangt die US-Gesundheitsbehörde NIOSH. Eine Grafik aus dem Jahr 2017 illustriert, welcher Bart bei gleichzeitigem Gebrauch von Atemschutzmasken bedenkenlos zu tragen ist und welcher nicht:

In der Diskussion um Bartwuchs werden aber auch Stimmen laut, die prinzipiell zu Glattrasuren raten. So bekräftigte der Chef der französischen Notärzte-Vereinigung, Patrick Pelloux, in einem TV-Interview jüngst erneut: „Sie müssen sich rasieren!“ Denn das Coronavirus könne mehrere Stunden im Bart überleben. Das kann es theoretisch jedoch auch auf glatter Haut.

Belastbare Untersuchungen über einen Zusammenhang zwischen Bärten und Coronaviren existieren bislang nicht. Insofern gibt es jenseits von Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen keine wirkliche Handlungsempfehlung von offizieller Seite, ob und wie Mann Bart zu tragen hat. Mit verwegenem Rebellentum haben Bärte während der Corona-Pandemie aber garantiert nichts zu tun.