Initiative in Stuttgart Silberpfoten erhalten Tierschutzpreis – das neue Ziel heißt Freiburg

Die Silberpfoten vernetzen ältere Tierhalter – hier ein Paar mit dem Hund Tango – und ehrenamtliche Helfer. Foto: Silberpfoten
Die Silberpfoten vernetzen ältere Tierhalter – hier ein Paar mit dem Hund Tango – und ehrenamtliche Helfer. Foto: Silberpfoten

Die Initiative Silberpfote ist mit dem Tierschutzpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet worden. Der Leiter Marcel Yousef möchte die Silberpfoten in ganz Baden-Württemberg etablieren.

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Stuttgart - Marcel Yousef ist gerade einmal Anfang 40, aber er weiß bereits, dass er bis zur Rente noch viel zu tun haben wird. Und auch, was: „Ich will die Silberpfoten in ganz Baden-Württemberg etablieren – und wenn das klappt, dann funktioniert das Projekt überall.“ Yousef, der Leiter, hat die Initiative im Jahr 2014 ins Leben gerufen, weil er als gelernter Tierpfleger beobachtete, dass immer häufiger Tiere ins Tierheim kamen, deren Besitzer sich altersbedingt nicht kümmern konnten.

Das Projekt bringt Senioren oder kranke Menschen mit Ehrenamtlichen zusammen, die den Tierhaltern etwa beim Gassigehen, beim Gang zum Tierarzt, mit Futtermitteln, beim Halten, Pflegen, Versorgen helfen. „Für den Menschen ist das Haustier oft der letzte emotionale Halt, ein toller Freund. Den will man nicht missen – schon gar nicht im Alter. Und das Tier will seinen geliebten Menschen und seinen Platz doch nicht verlassen, nur wegen ein paar altersbedingter Einschränkungen seines Frauchens oder Herrchens“, so Yousef. Aber auch für die Ehrenamtlichen „ist das eine tolle Sache, denn sie können häufig kein eigenes Tier halten. So erhalten sie den gewünschten Kontakt zu Tieren und erleben das schöne Gefühl, etwas Gutes zu tun.“ Für alle Beteiligte sei das eine Win-Win-Situation.

Mehrere Tausend Ehrenamtliche betreuen mehrerer hundert feste Fälle

Dass das Projekt passgenau einen derzeitigen gesellschaftlichen Bedarf trifft, zeigen zum einen die Zahlen: Mehrere Tausend Ehrenamtliche betreuen momentan mehrerer hundert feste Fälle – pro Tier sind es fast immer mehrerer Ehrenamtliche. Aber auch mehrere Preise und Auszeichnungen – etwa der Deutsche Tierschutzpreis und der Deutsche Engagementpreis – zeugen davon, dass das Projekt wichtig ist. Nun haben die Silberpfoten aktuell den Tierschutzpreis Baden-Württemberg erhalten, vergangene Woche wurde er von Peter Hauk, Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, überreicht. „Die Auszeichnung macht uns unheimlich glücklich. Das ist eine tolle Bestätigung unserer Arbeit, es zeigt die Wertschätzung der Öffentlichkeit und sagt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind und weitermachen müssen“, sagt Yousef. Weitermachen heißt auch, sich räumlich weiter auszudehnen: „Wir haben in Stuttgart angefangen, mittlerweile sind wir etwa auch in Waiblingen, Winnenden, Pforzheim, vor den Toren von Heilbronn und Freudenstadt“, sagt Yousef, der als nächstes bis nach Freiburg vordringen möchte. Denn Bedarf an seiner Initiative gebe es überall, in größeren Städten wie auch auf dem flachen Land. „In Städten bekommen wir das durch die breite Masse gut gewuppt, in ländlichen Regionen ist die Hilfsbereitschaft groß, die Ehrenamtlichen nehmen auch weitere Wege auf sich, wir müssen aber erst einmal für die Vernetzung sorgen“, sagt Yousef.

„Wir brauchen dringend mehr Spenden, aber auch Unterstützer“

Woran es allerdings immer fehlt, ist am Geld. Die Initiative finanziert sich über Spenden, Erbschaften, Patenschaften, Träger des Projekts ist der Tierschutzverein Stuttgart. „Wir brauchen dringend mehr Spenden, aber auch Unterstützer, die uns helfen, die Silberpfoten in ihrer Stadt aufzubauen“, sagt Yousef. Damit stehe oder falle denn auch der weitere Ausbau des Projekts in weitere Regionen.




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