Innenentwicklung in Renningen Auf der Suche nach einer neuen Wasserquelle

Hinter dem stillgelegten Brunnen darf nichts gebaut werden. Denn es handelt sich dabei noch immer um ein Wasserschutzgebiet. Foto: factum/Granville
Hinter dem stillgelegten Brunnen darf nichts gebaut werden. Denn es handelt sich dabei noch immer um ein Wasserschutzgebiet. Foto: factum/Granville

Auch wenn auf den ersten Blick nicht viel zu sehen ist, gehen die Planungen für die Stadtmitte weiter.

Renningen - Viel wurde im vergangenen Jahr über das Thema Innenentwicklung in Renningen gesprochen, vor allem im Bereich rund um die Bahnhofstraße, für den die Stadt Renningen extra einen eigenen Rahmenplan aufstellen lässt. Dieser zeigt Ziele und Visionen für die Ortsmitte. Von Anfang an betonte die Stadtverwaltung, dass mit großen und vor allem schnellen Veränderungen nie zu rechnen ist, wenn es um Innenentwicklung und Nachverdichtung geht. Im Hintergrund stehen die Uhren trotzdem nicht still.

In Bezug auf die Bahnhofstraße und den Stadtkern hatte die Stadt extra zu einer öffentlichen Veranstaltung eingeladen, in denen Bürger ihre Ansichten über die Pläne mitteilen und eigene Vorschläge einbringen konnten. Im Anschluss hatten die Planer noch einen öffentlichen Stand, an dem sich die Renninger ebenfalls informieren konnten. „Da kamen sehr viele Rückmeldungen“, berichtet der Bürgermeister Wolfgang Faißt. „Im Großen und Ganzen kamen die Vorschläge gut an, natürlich gab es auch gegenteilige Vorstellungen.“ Auch untereinander waren die Ansichten mancher Bürger zum Teil grundverschieden. „Die ganzen Anregungen haben wir jetzt auf dem Tisch“, sagt der Erste Beigeordnete Peter Müller. Die Planer sehen nun, welche Vorschläge sich einarbeiten lassen. Im Oktober geht der neue Entwurf dann in den Gemeinderat.

Selbst der fertige und letztlich beschlossene Entwurf ist kein fester Fahrplan für die Bahnhofstraße, schließlich betreffen viele darin formulierte Wünsche auch Privateigentümer. Ziel des Entwurfs ist es vor allem, nicht mehr ins Blaue zu planen, wenn es um Fragen geht wie: Wo wären Häuser mit mehreren, wo mit nur wenigen Stockwerken sinnvoll, wenn irgendwo neu gebaut wird? Wo könnte sich welche Art von Geschäft ansiedeln?

Alternative für den Brunnen gesucht

Ein spezieller Knackpunkt in dem Entwurf, der in Renningen schon seit Jahren im Hintergrund schwelt, ist der stillgelegte Brunnen an der Gottfried-Bauer-Straße. Dieser ist schon seit Jahren nicht mehr in Betrieb, da das Wasser dort, wegen der Lage direkt im Stadtkern, zu stark verunreinigt ist und der Brunnen auch nicht sehr tief reicht. Daneben befindet sich ein brachliegendes Wiesenstück, dass als Wasserschutzgebiet nicht bebaut werden darf.

Die Stadtverwaltung und viele Gemeinderäte wünschen sich für dieses Gelände beispielsweise einen Stadtpark und eine Anlage für betreutes Wohnen. Doch das wäre erst möglich, wenn die Quelle dicht gemacht und der Brunnen endgültig aufgegeben wird. Vor diesem Schritt warnen nicht nur einige engagierte Bürger. Denn trotz der Belastung stünde die Quelle im Fall der Fälle noch für eine Notversorgung zur Verfügung, erklärt Peter Müller. Und ist die Quelle erst einmal versiegelt, wäre sie für immer verloren. „Deshalb lassen wir jetzt ein Strukturgutachten erstellen, das zeigt, inwiefern sich an anderer Stelle im Außenbereich Wasser erschließen lässt.“

Der Zweckverband entscheidet

Wenn es gelänge, im Raum Renningen/Weil der Stadt eine entsprechende Alternativlösung zu finden, die die mögliche Notversorgung in der Innenstadt ersetzt, „dann könnte man den alten Brunnen ohne schlechtes Gewissen auflösen“. Der Weg wäre dann frei für ein Bauprojekt an der Gottfried-Bauer-Straße. Die endgültige Entscheidung über eine Schließung des Brunnens trifft der Zweckverband Wasserversorgungsgruppe, ein Zusammenschluss der Gemeinden Renningen und Rutesheim. Darüber hinaus ist die Stadtverwaltung weiterhin regelmäßig mit Grundstückseigentümern im gesamten Stadtgebiet im Gespräch. In den Beratungen geht es zum Beispiel darum, wie sich in der Stadt kaum genutzte oder brachliegende Flächen, aber auch „unhandliche“ Bauten wie alte Gehöfte besser nutzen lassen, Stichwort: Nachverdichtung. „Die ersten Gespräche sind bereits vielversprechend“, so Müller. „Wir haben auch schon Rückmeldungen von manchen Leuten bekommen, die sagen: ,Ich bin froh, dass das endlich mal jemand in die Hand nimmt.’“




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