Der Gemeinderat hat der Entwicklung des Quartiers um den Arsenalplatz zugestimmt. Doch wie viele Parkplätze über oder unter der Erde existieren sollen, bleibt noch heftig umstritten.

Ludwigsburg - Wie soll die Innenstadt rund um den Arsenalplatz, das historische Zeughaus mit Staatsarchiv und dem Schillerplatz künftig aussehen? Zumindest im Grundsatz hat der Gemeinderat für eine Studie gestimmt, die genau das untersuchen soll. Etwa die Frage, wie das Erdgeschoss des Staatsarchivs genutzt werden könnte, und wo die dort gelagerten Akten verlagert werden könnten. Nach zähen Verhandlungen mit dem Land hat man sich darauf geeinigt, das Erdgeschoss zu nutzen. Ob für Einzelhandel, ein Café oder die Hochschule, ist noch offen.

 

Der OB Werner Spec sieht in dem Quartier einen wichtigen Impuls. „Wir wollen nicht abwarten, bis es durch die Zunahme des Online-Handels zum Ladensterben kommt“, erklärte er. Die Wilhelmgalerie entwickele sich zum Glück positiv, und auch eine mögliche Landesgartenschau in Ludwigsburg könnte die Entwicklung der Innenstadt voran bringen.

Freie Wähler wollen Parkdecks auf der Bärenwiese

Bleibt das spannende Thema: Wie soll Ersatz für die Parkplätze geschaffen werden, wenn der Arsenalplatz autofrei wird? Nur die Freien Wähler, die einen Sieben-Punkte-Plan vorgelegt haben, wollen zur „Aufhübschung des Arsenalplatzes“ an oberirdischen Stellplätze festhalten, wie der Fraktionschef Reinhardt Weiss erklärte. Sie fordern zudem einen Kreisverkehr im Bereich Stern/B 27, eine Linksabbiegespur auf der Wilhelmstraße und ein zweistöckiges Parkdeck auf der Bärenwiese. Ein unterirdisches Parkhaus wollen sie explizit nicht: „Die Belastung für den Einzelhandel während der Bauzeit ist zu groß.“

Die CDU hält an Tiefgarage fest

Die CDU wiederum beharrt auf einer neuen Tiefgarage. „Neue Parkplätze auf der Bärenwiese bringen nichts“, sagte der Fraktionsvize Reinhold Noz. Es müsse eine Entscheidung fallen, auch die an den Schillerplatz grenzende Sparkasse wolle wissen, wie es weitergehe. Die Grünen-Fraktionschefin Elfriede Steinwand lehnte alle neuen Parkangebote ab: „Wir müssen nicht noch mehr Autos in die Innenstadt locken.“

Immerhin konnten sich die Freien Wähler grundsätzlich zu einer Zustimmung durchringen, im Ausschuss hatten sie sich wegen der Parkplatzfrage noch enthalten. „Ich begrüße es, dass die Freien Wähler sich positiv stellen“, erklärte der OB Spec. Er sei ohnehin der Ansicht, dass die Autofahrer nicht mehr „eindimensional“ dächten: Wer aus dem Raum Heilbronn anreise, benötige das Auto – stelle es aber gerne auf einem Parkplatz ab. Klar ist: Trotz der Einigung im Grundsatz wird über die Parkplatzfrage rund um den Arsenalplatz noch viel diskutiert werden.