Interview „Eine Sache gibt mir noch Rätsel auf“

Von Frank Pfauth 

Der langjährige Profi Patrick Milchraum über seine Rückkehr zum SV Vaihingen.

Patrick Milchraum Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch
Patrick Milchraum Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Vaihingen - Der verlorene Sohn ist zurück. Als 16-Jähriger hatte Patrick Milchraum einst den SV Vaihingen verlassen, um seinen Traum von der Karriere als Fußballprofi in die Tat umzusetzen. Nun, exakt 20 Jahre später und nach zahlreichen Stationen im In- und Ausland (unter anderem zweite Liga für 1860 München, Aachen und Karlsruhe) ist er wie berichtet wieder am Schwarzbach gelandet und wird dort für seinen Stammverein in der Bezirksliga die Kickstiefel schnüren. Über Erfahrungen und Erwartungen spricht der ehemalige Juniorennationalspieler in unserem „Mittwochswort“, nachdem er beruflich inzwischen unter die Gastronomen gegangen ist. Milchraum betreibt in Stuttgart seit März das mexikanische Restaurant Burreatos.

Herr Milchraum, wie würden Sie es beschreiben, nach exakt 20 Jahren wieder zurück an der einstigen Wirkungsstätte zu sein?

Als richtig gut. Es fühlt sich für mich tatsächlich so an, nach langer Zeit endlich wieder ganz nach Hause zu kommen. Ich habe in der Vergangenheit das Geschehen meines Heimatclubs in Sachen Fußball nicht komplett verfolgen können, war insgesamt, auch über meine Familie, aber immer gut informiert. Und ich bin nun zu einer richtig coolen Truppe gekommen, mit der es sicherlich viel Spaß machen wird.

Gibt es noch Weggefährten von damals, auf die Sie jetzt wieder stoßen?

Da sind auf der Spielerseite aus Jugendzeiten Thomas Drephal und Benjamin Schiffner, wobei Letzterer lustigerweise als spielender Co-Trainer nun auch mein Vorgesetzter ist. Zudem gibt es unser Vaihinger Urgestein Wolfgang „Babba“ Heck, der damals schon als Platzwart, Betreuer und gute Seele tätig war und es auch heute noch ist. Nicht zu vergessen die Recken der Vaihinger AH, zu denen ich ebenfalls schon immer einen guten Draht hatte.

Eigentlich hatte Ihr Plan gelautet, in diesem Sommer die Kickstiefel endgültig an den Nagel zu hängen. Was ist diesbezüglich schiefgelaufen?

(Lacht). Kurz gesagt hatte ich einfach gute Gespräche mit den Vaihinger Verantwortlichen, worauf ich dann spontan beschlossen habe, mein Karriereende noch ein bisschen zu verschieben. Und ebenso, weil ich mich nach diversen Verletzungspausen und der wegen Corona bereits im März abgebrochenen Oberligasaison nun wieder fit und gesund genug fühle, noch einmal richtig anzugreifen.

Haben Sie sich mit der Stuttgarter Bezirksliga schon konkret beschäftigt?

Einigermaßen. Die meisten unserer künftigen Gegner sind mir schon geläufig, wenngleich ich bislang nur wenige Spieler und Verantwortliche kenne. Vor allem freue ich mich auf die Nachbarschaftsduelle mit dem TSV Rohr und der Spvgg Möhringen, die schon zu meinen früheren Vaihinger Zeiten immer eine spannende Angelegenheit waren. Eine andere Sache gibt mir allerdings noch Rätsel auf. . .

Die da lautet?

Ich habe mit einigem Schrecken festgestellt, dass es für mich im Seniorenbereich eine absolute Premiere sein wird, in Pflichtspielen lediglich mit einem Schiedsrichter auf dem Platz zu stehen – sprich ohne Assistenten. Ich bin daher schon sehr gespannt, wie das letzten Endes funktionieren wird.

Welche Höhepunkte Ihrer Karriere haben sich Ihnen besonders eingeprägt?

Dass mir seinerzeit im Trikot des TSV 1860 München das Premierentor im Eröffnungsspiel der neuen Allianz-Arena gelungen ist und ich an gleicher Stelle ein Jahr danach mit einem Treffer die „Löwen“ gerade noch vor dem Abstieg aus der zweiten Liga gerettet habe. Unvergessen bleiben zudem weitere viele andere Momente aus meiner Profizeit, nicht zuletzt der Gewinn des Doubles aus Meisterschaft und Pokal bei Dinamo Tiflis.

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