Interview mit Janina Hartwig Das Leben als Nonne macht Riesenspaß

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Sie kämpft für das Gute und gegen die Machenschaften des Oberbürgermeisters: Am Dienstag Abend geht „Um Himmels Willen“ in die nächste Runde. Janina Hartwig spielt Schwester Hanna in der Erfolgsserie der ARD – und denkt noch lang nicht ans Aufhören.

Janina Hartwig als zupackende Schwester Hanna. Foto: ARD
Janina Hartwig als zupackende Schwester Hanna. Foto: ARD
Stuttgart – Dienstag - Abend um 20.15 Uhr startet die 13. Staffel von „Um Himmels Willen“. Die Serie rund ums Kloster Kaltental ist nach wie vor äußerst erfolgreich. Janina Hartwig hat immer noch viel Spaß in der Rolle als Schwester Hanna.
Frau Hartwig, ist „Um Himmels Willen“ so erfolgreich, weil Gut über Böse siegt?
Auch. Was ich an Reaktionen von Zuschauern bekomme ist zuallererst, dass sie sagen: Ich will humor- und niveauvoll unterhalten werden und habe keine Lust auf Mord.
Wie viel Raum nimmt die Rolle ein?
Wir drehen von April bis Juli, nach der Sommerpause geht es weiter von September bis Dezember – dann haben wir 13 Folgen im Kasten.
Sind sie monatelang zusammen im Kloster?
Im Kloster sind wir mehrere Wochen. In Landshut filmen wir die Außenmotive wie das Bürgermeisteramt, unser Mutterhaus ist in Wirklichkeit das Münchner Literaturhaus. So ziehen wir ständig umher.
Wie halten Sie es mit der Religion?
Gretchenfrage? Als Kind der DDR bin ich konfessionslos erzogen worden. Aber ich denke schon, dass es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die wir uns mit menschlichem Verstand nicht erklären können. Ich sage dazu Schicksal oder Energie.
Werden Sie öfters als Hanna angesprochen?
Ja, natürlich. Ich habe da auch überhaupt nichts dagegen. Das ist das Feedback von meinen Zuschauern.
Aber Sie können noch gut zwischen sich und Hanna unterscheiden?
In jede Figur, die ich spiele, bringe ich etwas von mir ein. Dann schaue ich, was ich für den Charakter der Figur noch dazu packen muss. Hanna ist sturer als ich, sie hat kraft ihres Glaubens ein Gottvertrauen, das sich in großer Langmut äußert.
Gibt es künstlerisch einen Reiz, eine Figur über Jahre hinweg zu spielen?
Ja, natürlich, sonst würde ich es nicht machen. In jede Staffel packen die Autoren Dinge, die mich schauspielerisch reizen. In der kommenden Staffel wird Hanna schwer krank. Es ist interessant zu zeigen, wie diese Person damit umgeht.
Man staunt schon, wie viel aus den immer gleichen Themen herausgeholt wird.
Ich bin auch immer wieder verblüfft, was die Autoren sich einfallen lassen. Auch bei der neuen Staffel werden Sie sich wundern, welche Gründe die Autoren finden, warum der Wöller das Kloster haben will.
Gibt es auch wieder ein Weihnachtsspecial?
Ja, wir haben den Winterteil schon gedreht und fahren Mitte März nach Portugal. Es geht zum Wallfahrtsort Fatima.
Sie haben beim Theater begonnen. Haben Sie sich von der Bühne verabschiedet?
Nein, nein, absolut nicht. Das steht ganz oben auf meiner Wunschliste. Wenn es „Um Himmels Willen“ mal nicht mehr geben wird, werde ich wieder Theater spielen. Aber wenn man so eine Hauptrolle übernimmt, ist keine Zeit dafür.
Sie spielen ja durchaus auch andere Rollen, aber eben immer im Fernsehen.
Ja, in den letzten Jahren war das so. Das waren tolle Figuren, die ich „mit Haupthaar“ spielen durfte, wie ich immer dazu sage.
Haben Sie schon mal an einen Ausstieg aus „Um Himmels Willen“ gedacht?
Solange es mir so viel Spaß macht, wie es mir macht, überhaupt nicht.
Wie ist es mit Fritz Wepper – besteht zwischen Ihnen beiden die gleiche Hassliebe wie zwischen Schwester Hanna und Oberbürgermeister Wöller?
Nein, überhaupt nicht. Fritz und ich haben persönlich eine kollegiale Freundschaft, aber was das Wichtigste ist: Wir haben auch einen ähnlichen Humor. Wenn wir in eine Szene gehen, müssen wir uns nicht großartig erklären. Da entsteht spontan das, was im Text nur zwischen den Zeilen stattfindet, dieses Augenzwinkern und Knistern zwischen den beiden. Das macht Riesenspaß. Und ich denke, das ist auch das, was die Zuschauer so lieben.