Interview mit OB-Kandidat Markus Vogt „Mappus muss VfB-Präsident werden“

Als OB von Stuttgart hätte Markus Vogt mit dem VfB große Pläne. Foto: Markus Vogt
Als OB von Stuttgart hätte Markus Vogt mit dem VfB große Pläne. Foto: Markus Vogt

Stuttgart - Auch VfB-Fans sollten am 7. Oktober zur Oberbürgermeisterwahl gehen – zumindest wenn sie dem OB-Kandidaten Markus Vogt alias „Häns Dämpf“ Glauben schenken: Der jüngste unter den 14 Kandidaten hat große Visionen. Während der VfB in den Niederungen der Bundesliga dümpelt, will Vogt das brasilianische Wundertalent Neymar nach Stuttgart holen. Auch für den ehemaligen Ministerpräsident Stefan Mappus hätte der 27-Jährige schon einen Vereinsposten im Kopf. Im Gespräch mit dem Brustringer erläutert der freischaffende Philosoph seine Pläne.

Bevor wir zum Fußballerischen kommen: Herr Vogt, was zeichnet Sie als OB-Kandidat aus?

Ich bin mit 27 der frischeste und unkorrupteste Kandidat, ein „Häns Dämpf in all the gasses“. Zudem habe ich Politik studiert, bringe also auch das handwerkliche Werkzeug mit. Stuttgart kenne ich gut, da ich für meine Partei „Die Partei“ – eine Partei der „extremen Mitte“ und die vernünftigste dazu - Regionalbeauftragter für Stuttgart bin. Mitglied in einer Partei sind übrigens nur vier der 14 OB-Kandidaten. Bekennen sich die anderen überhaupt zum Grundgesetz?

Jedenfalls bekennen sich die anderen nicht so klar zum VfB wie Sie. Als einziger Kandidat haben Sie Fußball im Wahlprogramm.

Die Bürger haben nun mal eher einen Bezug zum VfB als zur Stadtverwaltung. Da sprudeln die Emotionen. Diese Tatsache gilt es populistisch auszuschlachten. Vorletzter in der Bundesliga-Tabelle – das geht einfach gar nicht, da muss man als Bürgermeister von Stuttgart mal was tun. Schluss mit dem schwäbischen Geiz: Wenn ich im OB-Sessel sitze, wird die Stadtkasse für den VfB geplündert.

Und was wollen Sie mit dem Geld anstellen?

Die letzte Meisterschaft liegt nun schon einige Jährchen zurück. Ich kann für meine Amtszeit versprechen, dass wir bereits 2013 wieder ganz oben angreifen und mindestens drei Mal die Champions League gewinnen. Das Bier im Stadion sollte wieder von heimischen Brauereien gestellt werden. Auch internationale Stars würden wieder beim VfB spielen. Ich denke dabei an Neymar und das ganze verscherbelte Tafelsilber: Khedira und Gomez müssen wieder zurück zu ihrer alten Liebe.

Kickers-Fans werden sich darüber aber nicht freuen. Den kleineren Stadtrivalen haben Sie vergessen.

Überhaupt nicht. Ich habe eine ganz andere Vision: Fußballerische Kräfte müssen im Haifischbecken Bundesliga gebündelt werden. Ich bin für eine Fusion der beiden Vereine zum großen „VfB Stuttgarter Kickers“, dem neuen Stern des Südens. Eine natürliche Dominanz des VfB ist unumgänglich. Schließlich würden die Kickers hauptsächlich Schulden mit in die Ehe bringen.

Und wie wollen Sie die Fans der beiden Lager zueinander bringen?

Das mache ich wie mit den S-21-Gegnern und -Befürwortern. Politik besteht aus Kompromissen. Ich habe die Lösung „Stausee 21“ geschaffen, eine kontrollierte Flutung der Stadt. Synthese lautet also das Stichwort. Ein Vorgang, den der Stuttgarter Philosoph Hegel übrigens als erster beschrieben hat.

Der aktuelle VfB-Präsident hat sich ja eher dem Sparen verschrieben. Der VfB habe kein Geld, betont er stets. Woher nehmen Sie das Geld?

Es gibt noch unausgeschöpfte Geldquellen. Klar ist, das wird keine Milchmädchenrechnung. Legen Sie den Taschenrechner beiseite, ich jongliere mit großen Zahlen. Das Stadion müsste an einen internationalen Investor verscherbelt werden. Kreditaufnahmen sind natürlich nicht zu verhindern, aber mit der LBBW-Bank haben wir ja einen guten Ansprechpartner im Land. Immer für dubiose Finanzgeschäfte gut ist auch Stefan Mappus. Mit ihm als neuen VfB-Präsidenten könnten neue Geldquellen generiert werden. Sie sehen, die Finanzierung ist sichergestellt.

Sehen Sie für sich selbst auch einen Posten im Verein, vielleicht als Aktiver?

Ich bin Torwart im Tübinger Verein „1. FC Häns Dämpf“. Bisher haben wir aber alle Spiele verloren. Da der „VfB Stuttgarter Kickers“ ja Champions League spielen soll, halte ich mich besser raus.

Wenn Sie die Stadt aber doch „kontrolliert fluten“ wollen, können wir ihre Pläne ja eigentlich auch als visionistische Tagträumereien abstempeln, oder?

Eine Insellage des Stadions über Wasser ist natürlich gesichert. Das Ganze bringt einen weiteren Vorteil mit sich: Mit einem U-Boot-Shuttle kämen die Fans staufrei ins Stadion.