ExklusivIranische Drohungen Israel fühlt sich stark bedroht

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Aus Teheran wird von oberster Stelle zur Vernichtung des Staates Israel aufgerufen. Israels Regierung warnt davor, das seien mehr als Worte: der Iran versuche sich zur regionalen Hegemonialmacht aufzubauen.

Ajatollah Ali Chamenei, oberster Führer des Iran, hielt anlässlich des jährlichen Al-Kuds-Tages eine Fernsehansprache, in der er von Israel als „krebsartigem Tumor“ sprach. Foto: dpa
Ajatollah Ali Chamenei, oberster Führer des Iran, hielt anlässlich des jährlichen Al-Kuds-Tages eine Fernsehansprache, in der er von Israel als „krebsartigem Tumor“ sprach. Foto: dpa

Stuttgart - Israel fühlt sich durch die jüngsten Drohungen aus dem Iran stark bedroht. „Wenn Ali Chamenei, der oberste Führer eines autokratischen Regimes, offen, sehr deutlich und für jeden verständlich erklärt, für die Zerstörung des Staates Israel zu arbeiten, gibt es keinen Grund, dies nicht ernst zu nehmen“, sagte Sandra Simovich, Leiterin des israelischen Generalkonsulats in München, unserer Zeitung.

Ajatollah Ali Chamenei hat Israel am Freitag voriger Woche anlässlich des sogenannten Al-Kuds-Tages als „krebsartigen Tumor“ in der Nahost-Region bezeichnet, der mit einem Dschihad (Heiliger Krieg) der Palästinenser entfernt werden müsse. Dass der oberste geistliche Führer des Iran sich selbst äußerte, ist ein seltener Vorgang. In der Vergangenheit hielten andere Vertreter des Staates die programmatische Rede zum Al-Kuds-Tag.

„Wichtiger Sponsor terroristischer Organisationen“

Nach israelischer Auffassung werden die iranischen Drohungen von ernsthaften Anstrengungen einer Umsetzung begleitet. „Das Streben des Iran nach Atomwaffen und ihren Liefersystemen ist heute die größte Bedrohung für den Weltfrieden“, sagte Simovich. „Seine ballistischen Raketen und Marschflugkörper können Atomsprengköpfe nicht nur nach Israel, sondern bis ins Herz Europas schicken.“

Der Iran arbeite daran, eine Landbrücke vom Iran zum Mittelmeer – den sogenannten schiitischen Halbmond – zu errichten, um sich als hegemoniale Regionalmacht zu etablieren. „Das Regime hat sich in Syrien, im Libanon, im Irak und im Jemen festgesetzt, es ist ein wichtiger Sponsor terroristischer Organisationen wie der Hisbollah, die die Sicherheit Israels, des Nahen Ostens und Europas bedrohen und ist an der Ermordung von Hunderttausenden Syrern durch das Assad-Regime beteiligt“, erklärte Simovich, die seit August 2017 das Generalkonsulat Israels für Süddeutschland leitet.

Lob für Hisbollah-Verbot in Deutschland

Statt die eigene Bevölkerung zu unterstützen, seien in den vergangenen Jahren Milliarden von Dollar ausgegeben worden, um Irans aggressive Kampagne der regionalen Hegemonie zu finanzieren. Diese Mittel würden zur Finanzierung der Hisbollah, der Hamas, des palästinensischen Islamischen Dschihad, der Huthis und anderer Terrororganisationen verwendet.

Ausdrücklich begrüßte Simovich, dass die Bundesregierung Ende April sämtliche Aktivitäten der Hisbollah in Deutschland verboten hat – „ohne die unrealistische Trennung zwischen einem ‚politischen‘ und einem militärischen Flügel“. Israel hoffe, dass andere Länder dasselbe tun.




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