Jahresbilanz des Buchhandels Zweiter Lockdown schmälert den Umsatz

Bücher waren im Corona-Jahr gefragt. Dennoch litt der stationäre Handel unter den Ladenschließungen. (Archivbild) Foto: dpa/Frank Rumpenhorst
Bücher waren im Corona-Jahr gefragt. Dennoch litt der stationäre Handel unter den Ladenschließungen. (Archivbild) Foto: dpa/Frank Rumpenhorst

Der Umsatz des Buchhandels lag um 2,3 Prozent unter dem des Vorjahres. Besonders hart hat das Corona-Jahr den stationären Handel getroffen. Hier wurde ein Rückgang um fast neun Prozent verzeichnet.

Frankfurt - Der zweite Lockdown mit erneuten Jahresschließungen hat die Jahresbilanz des deutschen Buchhandels im vergangenen Jahr belastet. Zwar konnte der Umsatzrückstand aus dem Shutdown im Frühjahr Monat für Monat verringert werden, wie aus dem am Donnerstag erschienenen Branchenmonitor hervorgeht. Die erneuten Ladenschließungen in der umsatzstärksten Zeit des Jahres Mitte Dezember sorgten allerdings für ein negatives Jahresergebnis. Der Umsatz 2020 in den zentralen Vertriebswegen wie Sortimentsbuchhandel, E-Commerce, Bahnhofsbuchhandel oder Kaufhäusern lag den Angaben zufolge 2,3 Prozent unter dem des Vorjahres. Das von den Corona-Maßnahmen besonders betroffene stationäre Geschäft schloss das Jahr mit einem Minus von 8,7 Prozent ab.

Zwar spielte Lesen in der Krise eine herausragende Rolle, sagte Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutsche Buchhandels. Die Nachfrage nach Büchern sei hoch gewesen. Doch „die erneuten Ladenschließungen mitten im Weihnachtsgeschäft stoppten die Aufholjagd, mit der es dem Buchhandel fast gelungen wäre, die Einbußen aus dem Shutdown im Frühjahr auszugleichen“, so Schmidt-Friderichs. Angesichts der beschlossenen Fortsetzung des Lockdowns und der anhaltenden Ladenschließungen werde die Branche „mit einem massiven Minus in das Jahr starten.“

Die Perspektiven für Verlage und Buchhandlungen seien ungewiss. Die meisten Buchhandlungen bieten den Angaben zufolge während der Schließungen die kontaktlose Abholung bestellter Bücher an. Nur in Sachsen sei dies nicht erlaubt. „Wir fordern die Regierung Sachsens dringend auf, hier nachzuziehen“, sagte Schmidt-Friderichs. „Der Abholservice ist für Buchhandlungen unabdingbar, um die Schäden durch die Schließungen abzufedern.“

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