Kabinettsbildung Wölfle wird nicht Minister

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Offenbar wird Winfried Hermann Verkehrsminister. Der Stuttgarter Grüne Werner Wölfle wird den Posten jedenfalls nicht bekommen.  

Werner Wölfle wirds nicht. Foto: dpa 2 Bilder
Werner Wölfle wird's nicht. Foto: dpa

Stuttgart - Im Wettlauf, wer von den Grünen in der künftigen neuen Landesregierung an der Spitze des Verkehrsressorts stehen wird, macht offenbar der Tübinger Bundestagsabgeordnete Winfried Hermann das Rennen. Nach Informationen der Stuttgarter Zeitung wird der Stuttgarter Grüne Werner Wölfle den Posten jedenfalls nicht erhalten. Offiziell wird der designierte Ministerpräsident Winfried Kretschmann das Personaltableau der Regierungskoalition am Mittwoch bekanntgegeben.

Dass die Entscheidung zugunsten des Tübingers Hermann fallen könnte, kommt nicht ganz überraschend. Angesichts der schwindenden Chancen von Werner Wölfle erinnerten Fraktionskollegen im Stuttgarter Gemeinderat kürzlich daran, dass der derzeitige verkehrspolitische Sprecher der Landtagsfraktion einer der Architekten des Stuttgart-21-Widerstandes und damit auch des Erfolgs der Grünen in der Landeshauptstadt sei.

Wichtige Vorarbeit für die Landtagswahl

Wölfle wiederum kann sich gutschreiben, dass er einen wesentlichen Beitrag zu den guten Ergebnissen der Grünen bei den Kommunalwahlen und damit wichtige Vorarbeit für die Landtagswahl geleistet hat. Schließlich war es auch Wölfle, der in schwieriger Lage mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Wolfgang Drexler den Stuttgart-21-Kompromiss für die künftige Regierungskoalition gezimmert hat.

Dies alles scheint Wölfle am Ende nichts genutzt zu haben. Winfried Hermann kann für sich verbuchen, ein ausgewiesener Kenner der Verkehrspolitik zu sein. Von 1984 bis 1988 gehörte er dem Landtag an, seit 1998 sitzt er für die Grünen im Bundestag, dort ist er Vorsitzender des Verkehrsausschusses. Innerparteilich kommt ihm offenbar die Lager-Arithmetik zugute: Winfried Hermann wird dem linken Flügel der Grünen zugerechnet, der bei der Postenvergabe bedacht werden muss. Der 58-Jährige ist nicht nur ein eingefleischter Gegner von Stuttgart 21, er hat auch große Vorbehalte gegen die ICE-Strecke nach Ulm.

 

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