Karlsruher Verkehrsbetrieben Nach fünf Jahren kommen die neuen Züge

Einer der Prototypen der neuen Karlsruher Straßenbahnen; 2009 wurden neue bestellt; sie sind bis jetzt nicht fahrbereit. Foto: Stefan Jehle
Einer der Prototypen der neuen Karlsruher Straßenbahnen; 2009 wurden neue bestellt; sie sind bis jetzt nicht fahrbereit. Foto: Stefan Jehle

Auf den Schienenstrecken der Karlsruher Verkehrsbetriebe geht es hoch her; Fahrgäste klagen über zu wenig Sitzplätze. Neue Züge sind seit Jahren bestellt, aber nach wie vor noch nicht für den Betrieb zugelassen.

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Karlsruhe - Jahrelang konnten die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) und das zweite städtische Tochterunternehmen, die Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG), rasante Wachstumszahlen vorlegen. Fast 260 elektrisch betriebene Schienenfahrzeuge sind im Nordwesten des Landes im Einsatz. Seit längerem schon aber stoßen Karlsruhes „Zweisystem-Stadtbahnwagen“ offenbar an ihr Limit. Auf Teilstrecken seien sie oft überfüllt, heißt es. Der Vollbetrieb der Stadtbahn Heilbronn steht in Frage.

Monatelang gab es Kritik wegen überfüllter Bahnen auf der Linie S 9 im Kraichgau. Leserbriefspalten lokaler Medien waren voll davon. Auf der 2008 komplett sanierten ehemaligen „Westbahn“ des württembergischen Eisenbahnnetzes waren sogar längere Zeit drei Leihfahrzeuge der Saarbahn im Einsatz. Nachdem das Unternehmen in Saarbrücken diese nun für Eigenbedarf zurückgefordert hatte, musste die AVG in Karlsruhe im Dezember 2013 drei dieselbetriebene Fremdfahrzeuge anmieten – ein Unding eigentlich auf einem elektrifizierten Streckenabschnitt.

Sehnliches Warten

Es gibt immer wieder „Beschwerden über ein zu geringes Sitzplatzangebot bei den Stadtbahnen“, bestätigt auch Matthias Lieb, der Landesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclub VCD. Lieb ist in Pforzheim selbst betroffen, dort verkehren die Linien S 5 und S 6, die bis Vaihingen/Enz und nach Bad Wildbad reichen. In der Betriebszentrale in Karlsruhe, aber auch in Heilbronn – wo im Juni der Stadtbahnbetrieb nach Neckarsulm aufgenommen werden soll – wartet man sehnlichst auf 30 neue Züge des Herstellers Bombardier. Die bereits für 2012 zugesagte Lieferung und die Betriebszulassung, sowohl für den innerstädtischen Straßenbahnbetrieb im Gleichstromnetz, als auch auf DB-Schienennetzen mit 15 000-Volt-Netz, hatten sich mehrfach verzögert. Die Fahrzeuge waren schon im Jahr 2009 bestellt worden.

Christian Höglmeier, technischer Geschäftsführer der AVG, sieht derzeit nicht nur den besagten Vollbetrieb der Heilbronner Streckenabschnitte gefährdet. Allein auf der neu gebauten Strecke Heilbronn-Nord sind von Juni an 15 der neuen Zweisystem-Stadtbahnwagen vorgesehen. Auch auf der im Dezember 2010 neu eröffneten Strecke ins pfälzische Germersheim seien zusätzliche Fahrzeuge fest eingeplant. Wegen der Engpässe im Fahrzeugpool müssten Modernisierungen an Bestandsfahrzeugen hintangestellt werden.

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