Karneval in Stuttgart Das planen die Karnevalisten in der Session 2019/2020

Von Elke Rutschmann 

Am Montag ist endlich wieder soweit: Für die Karnevalisten beginnt dann die fünfte Jahreszeit. In die Vorfreude auf das närrische Treiben mischen sich auch ein paar kritische Töne.

Gute Stimmung beim Rössle-Ball in Feuerbach im Jahr  2019. Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Gute Stimmung beim Rössle-Ball in Feuerbach im Jahr 2019. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Stuttgart - Für die Narren landauf landab ist der 11.11. ein nahezu magischer Moment. Genau um 11 Uhr 11 beginnt auch am kommenden Montag in Stuttgart die neue Karnevalssession. Um diese Zahl ranken sich viele Mythen. Vermutungen gibt es viele: Es ist eine Schnapszahl, eine Narrenzahl, wie man im Mittelalter gesagt hätte.

Außerdem begann am 11. November, dem Martinstag, früher eine Fastenzeit bis Weihnachten. Und da wollte man vorher noch mal richtig reinhauen und auf den Tischen tanzen. Auch heute dreht sich in den Karnevalshochburgen sehr vieles um die Zahl elf: Sitzungen beginnen nicht zur vollen Stunde, sondern elf Minuten später, und geleitet werden sie vom Elferrat. Und elf Vereine bilden in Stuttgart auch das Festkomitee der ansässigen Karnevalsgesellschaften. Auch für die Präsidentin Anita Rösslein und ihre Mitstreiter beginnt am 11.11 um 11.11 Uhr vor dem Rathaus der Auftakt des närrischen Treibens. Gastgeber in diesem Jahr ist Thomas Fuhrmann, Bürgermeister für Wirtschaft, Finanzen und Beteiligungen, der wohl vergeblich versuchen wird sein Rathaus zu verteidigen. Am Abend steigt dann im Classic Rock Café in der Eberhardstraße von 19 Uhr an die große Auftaktparty nach Rössleins Wahlspruch „Elf Freunde wollen wir sein.“

Die Rosenprinzessin darf noch ein Jahr weitermachen

Großer Geheimhaltung unterliegen derzeit noch die Namen der Prinzenpaare und Prinzessinnen. In Stuttgart haben acht der elf Karnevalsvereine närrische Regenten. Die Kurzzeit-Durchlauchten genießen es allesamt, mit Zepter und Krone für einige Wochen dem bürgerlichen Leben zu entfliehen. Den Auftakt der Inthronisierungszeremonien macht schon an diesem Freitag, 8. November die Gesellschaft Zigeunerinsel, die um 19:11 Uhr im Bürgerzentrum West ihre Baronenpaare küren wird. Einen Tag später um 19.01 Uhr wird in der Turn-und Veranstaltungshalle in Stuttgart-Freiberg das Regenschaftspaar des Karnevalsclub Stuttgarter Rössle ernannt. Den vorläufigen Abschluss bildet dann am Sonntag um 11.11 Uhr die Inthronisierung der Storchenprinzessin der KG Schwarze Störche in der Sängerhalle in Untertürkheim. Kein Geheimnis ist der Name der Rosenprinzessin der KG Rosenmontag – Alex I. darf noch für eine weitere Amtszeit ran. In die gute Stimmung in der Markthalle mischen sich auch kritische Töne. „Immer mehr unserer Vereine haben ein Problem, kostengünstig Hallen für ihre Veranstaltungen zu finden“, sagt Thomas Klingenberg, Präsident der Gesellschaft Möbelwagen. Andreas Goihl, Schatzmeister des Festkomitees und Präsident der Stuttgarter Rössle moniert zudem, dass viele Hallen in einem schlechten Zustand seien und es seitens der Stadt keinen einheitlichen Ansprechpartner gibt. Dennoch wird gefeiert – größere und kleinere Jubiläen, bei der Narrenmesse in Feuerbach oder bei den durchaus sportlichen Garden. So richtet der Cannstatter Quellenclub am 11. und 12. Januar in der Scharrena die württembergischen Meisterschaften im Gardetanzen aus – quasi als Testlauf für die Deutschen Meisterschaften 2022.

Zwei Karnevalsgesellschaften werden auch den Kübelesmarkt Bad Cannstatt unterstützen, der vom 17. bis 19. Januar 2020 das große Narrentreffen der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte ausrichten wird. Nach 1968 und 1992 findet diese Großveranstaltung zum 3. Mal in Bad Cannstatt statt.

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